FM 1650 NC-LO - Fräsmaschine Mafell - Kostenlose Bedienungsanleitung
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BEDIENUNGSANLEITUNG FM 1650 NC-LO Mafell
Lesen Sie alle Sicherheitshinweise und Anweisungen. Versäumnisse bei der Einhaltung der Sicherheitshinweise und Anweisungen können elektrischen Schlag, Brand und/oder schwere Verletzungen verursachen. Bewahren Sie alle Sicherheitshinweise und Anweisungen für die Zukunft auf.
WARNING
D - EG Einbauerklärung
Wir bescheinigen hiermit, dass der Fräsmotor FM 1650 NC-LO den angeführten EU-Richtlinien entspricht. Vor Inbetriebnahme des Frärmotors muss durch den Betreiber sichergestellt werden, dass die Kombination aus unvollständiger Maschine (FM) und der kundenspezifischen Maschine den Anforderungen der aktuell gültigen Richtlinien entspricht. Bevollmächtigter für die Zusammenstellung der technischen Unterlagen für die unvollständige Maschine: Mafell AG
D - 78727 Oberndorf, den 08.03.2024

Dipl.-Ing. (FH) Thorsten Bühl
Vorstandsvorsitzender / CEO

Leitung Entwicklung und Konstruktion
Deutsch
Inhaltsverzeichnis
1 Zeichenerklärung....9
2 Erzeugnisangaben 9
2.1 Angaben zum Hersteller....9
2.2 Kennzeichnung der Maschine 9
2.3 Technische Daten 10
2.4 Emissionen....10
2.5 Lieferumfang 11
2.6 Bestimmungsgemäße Verwendung 11
2.7 Restrisiken....11
3 Sicherheitshinweise....11
4 Rüsten / Einstellen 12
4.1 Netzanschluss 12
4.2 Werkzeugauswahl 12
4.3 Werkzeugwechsel 14
4.4 Spannzangen 15
5 Betrieb 15
5.1 Allgemeines....15
5.2 Drehzahlsteuerung über die elektronische Schnittstelle 16
5.3 Drehzahlvorgabe 17
5.4 Überlastschutz....18
6 Wartung und Instandhaltung 19
6.1 Lagerung 19
7 Störungsbeseitigung....20
8 Sonderzubehör 21
9 Explosionszeichnung und Ersatzteilliste 21
1 Zeichenerklärung

Dieses Symbol steht an allen Stellen, an denen Sie Hinweise zu Ihrer Sicherheit finden.
Bei Nichtbeachten können schwerste Verletzungen die Folge sein.

Dieses Symbol kennzeichnet eine möglicherweise schädliche Situation.
Wenn sie nicht gemieden wird, kann das Produkt oder Gegenstände in seiner Umgebung beschädigt werden.

Dieses Symbol kennzeichnet Anwendertipps und andere nützliche Informationen.
2 Erzeugnisangaben
Modell
2.1 Angaben zum Hersteller
MAFELL AG, Beffendorfer Straße 4, D-78727 Oberndorf / Neckar, Telefon +49 (0)7423/812-0, Fax +49 (0)7423/812-218, E-Mail mafell@mafell.de
2.2 Kennzeichnung der Maschine
Alle zur Identifizierung der Maschine erforderlichen Angaben sind auf dem angebrachten Leistungsschild vorhanden.

Schutzklasse II

CE-Zeichen zur Dokumentation der Übereinstimmung mit den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen gemäß Anhang I der Maschinenrichtlinie

Nur für EU Länder
Werfen Sie Fräsmotoren nicht in den Hausmüll!
Gemäß Europäischer Richtlinie 2002/96/EG über Elektro- und Elektronik- Altgeräte und Umsetzung in nationales Recht müssen verbrauchte Fräsmotoren getrennt gesammelt und einer umweltgerechten Wiederverwertung zugeführt werden.

Zur Verringerung eines Verletzungsrisikos lesen Sie die Betriebsanleitung.
2.3 Technische Daten
| FM 1650 NC-LO | |
| Betriebsspannung / V | 230 |
| Netzfrequenz / Hz | 50 |
| Aufnahmeleistung / W | 1650 |
| Nennstrom / A | 7,2 |
| Versorgungsspannung / V* | 8 - 56 |
| Steuerspannung zur Drehzahlvorgabe / V* | 0 - 10 |
| Ausgabe Restlaufzeit / V* | 0 - 5 |
| Stromaufnahme / mA* | 3 - 5 |
| Leerlaufdrehzahl / min-1 | 4000 – 23000 |
| Werkzeugaufnahme mit Spannzange ø / mm | 8 |
| Werkzeug-Schaft / mm | 3 - 12,7 |
| Fräser ø, max. / mm | 60 |
| Schleifkörper ø, max. / mm | 60 |
| Gewicht ohne Netzkabel / kg | 3,22 |
| Länge der Anschlussleitung / m 4 | |
| Abmessungen (B x L x H) / mm | 98,4 x 85,6 x 346 |
* Angaben für die Schnittstelle
2.4 Emissionen
Die angegebenen Geräuschemissionen sind nach DIN EN 62841-1 gemessen worden und können zum Vergleich des Elektrowerkzeugs mit einem anderen und zu einer vorläufigen Einschätzung der Belastung verwendet werden.

Gefahr
Die Geräuschemissionen können während der tatsächlichen Benutzung des Elektrowerkzeugs von den Angabewerten abweichen, abhängig von der Art und Weise, in der das Elektrowerkzeug verwendet wird, insbesondere, welche Art von Werkstück bearbeitet wird.
Tragen Sie daher stets einen Gehörschutz, auch wenn das Elektrowerkzeug ohne Belastung läuft!
2.4.1 Angaben zur Geräuschemission
Die nach DIN EN ISO 3744 ermittelten Geräuschemissionswerte betragen:
Schalldruckpegel L
$$ _ {P A} = 8 4, 9 \mathrm{dB(A)} $$
Unsicherheit K
$$ _ {P A} = 3 \mathrm{dB(A)} $$
Die Geräuschmessung wurde ohne Werkzeug im Leerlauf durchgeführt.
2.5 Lieferumfang
| 1x | Fräsmotor FM 1650 NC-LO | (9M1801) |
| 1x | Betriebsanleitung | (170876) |
| 1x | Einmalmaulschlüssel SW 22 | (093012) |
2.6 Bestimmungsgemäße Verwendung
- Der Fräsmotor ist für den festen Einbau in Portalsysteme mit ø 43 mm Spannhals von führenden Herstellern vorgesehen.
- Der Fräsmotor kann direkt an ein Portalsystem mittels sechs Schrauben (Gewinde M6), gemäß den Vorgaben des Portalsystems, angeflanscht werden (Abb. 4).
- Der Fräsmotor ist nicht für einen industriellen Dauerbetrieb ausgelegt.
- Der Fräsmotor wird als unvollständige Maschine angesehen. Der Fräsmotor darf erst dann in Betrieb genommen werden, wenn festgestellt wurde, dass das Portalsystem, in das der Fräsmotor eingebaut werden soll, den Bestimmungen der aktuellen und gültigen Maschinenrichtlinie entspricht. Bitte beachten Sie auch die entsprechenden Garantie-Bedingungen des Fräsmotors und der eventuell ergänzenden Geräte.
2.7 Restrisiken

Gefahr
Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und trotz der Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen bleiben durch den Verwendungszweck hervorgerufene Restrisiken, welche zu gesundheitlichen Folgen führen können.
- Bruch des sich drehenden Werkzeuges.
- Bruch und Herausschleudern der Werkzeuge oder von Teilen der Werkzeuge.
- Berühren spannungsführender Teile bei geöffnetem Gehäuse und nicht gezogenem Netzstecker.
- Beeinträchtigung des Gehörs bei länger andauernden Arbeiten ohne Gehörschutz.
- Emission gesundheitsgefährdender oder explosionsgefährlicher Stäube (aller Art) bei länger andauerndem Betrieb ohne Absaugung. Beachten Sie hierzu das Sicherheitsdatenblatt des zu bearbeitenden Werkstoffes.
- Schnittverletzungen beim Werkzeugwechsel.
- Verbrennungsgefahr bei Berühren des Gehäuses bei dauerhafter Überschreitung des maximal zulässigen Zeitspanvolumens (siehe hierzu Seite 13).
3 Sicherheitshinweise

Gefahr
Beachten Sie stets die folgenden Sicherheitshinweise und die im jeweiligen Verwenderland geltenden Sicherheitsbestimmungen!
Allgemeine Hinweise:
- Kinder und Jugendliche dürfen diese Maschine nicht bedienen. Davon ausgenommen sind Jugendliche unter Aufsicht eines Fachkundigen zum Zwecke ihrer Ausbildung.
- Arbeiten Sie nie ohne die für den jeweiligen Arbeitsgang vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen des Portalsystems, in die der Fräsmotor eingesetzt wird. Ändern Sie an dem Portalsystem und an dem Fräsmotor nichts, was die Sicherheit beeinträchtigen könnte.
-
Beschädigte Kabel oder Stecker müssen sofort ausgetauscht werden. Der Austausch darf nur durch MAFELL oder einer autorisierten MAFELL-Kundendienstwerkstatt erfolgen, um Sicherheitsgefährdungen zu vermeiden.
-
Scharfe Knicke am Kabel verhindern. Speziell beim Transport und Lagern des Fräsmotors das Kabel nicht um den Fräsmotor wickeln.
- Der Einsatz unter Verwendung von Wasser oder leitfähigen Flüssigkeiten ist untersagt.
- Der Fräsmotor darf nicht als handgeführter Fräsmotor verwendet werden.
- Halten Sie den Fräsmotor von Regen oder Nässe fern. Das Eindringen von Wasser in den Fräsmotor erhöht das Risiko eines elektrischen Schlages.
- Bei Portalen mit Einhausung muss auf eine ausreichende Absaugung des Staubs / der Späne geachtet werden. Durch die Staubkonzentration in der Luft kann ein explosionsfähiges Gemisch entstehen!
Nicht verwendet werden dürfen:
- Beschädigte Werkzeuge und solche, die ihre Form verändert haben.
- Stumpfe Werkzeuge wegen der zu hohen Motorbelastung.
- Werkzeuge, die nicht für die Fräsmotor-Drehzahl im Leerlauf geeignet sind.
Hinweise zur Verwendung persönlicher Schutzausrüstungen:
- Tragen Sie beim Arbeiten immer einen Gehörschutz.
- Tragen Sie beim Arbeiten immer eine Staubschutzmaske.
- Tragen Sie beim Arbeiten immer eine Schutzbrille.
Hinweise zum Betrieb:
- Kommen Sie mit Ihren Händen nicht in den Gefahrenbereich des Werkzeugs.
- Kontrollieren Sie das Werkstück auf Fremdkörper.
- Überwachen Sie die Drehzahl. Tritt eine unkontrollierte Drehzahlerhöhung, Drehzahlsprung ein, erfordert es ein sofortiges Abstellen der Spannungsversorgung.
Hinweise zur Wartung und Instandhaltung:
- Die regelmäßige Reinigung des Fräsmotors stellt einen wichtigen Sicherheitsfaktor dar
- Es dürfen nur original MAFELL-Ersatz- und Zubehörteile verwendet werden. Es bestehen sonst kein Garantieanspruch und keine Haftung des Herstellers.
4 Rüsten / Einstellen
4.1 Netzanschluss
Achten Sie vor Inbetriebnahme darauf, dass die Netzspannung mit der auf dem Leistungsschild des Fräsmotors angegebenen Betriebsspannung übereinstimmt.
4.2 Werkzeugauswahl
Verwenden Sie ausschließlich die im Kapitel "Sonderzubehör" aufgeführten Spannzangen. Die Werkzeugauswahl erfolgt in Abhängigkeit der zu bearbeitenden Werkstoffe, unter der Leistungsfähigkeit der Vorschubantriebe. Berücksichtigen Sie die maximal zulässigen Werkzeug-Durchmesser und das maximal zulässige materialspezifische Zeitspanvolumen. Das Zeitspanvolumen Q beschreibt bei materialabtragenden Zerspanverfahren das in Form von Spänen in einer bestimmten Zeit abgetragene Volumen.
Maximal zulässiges Zeitspanvolumen (Abhängig von Werkstoff und Fräserdurchmesser)

line
| Time | Series 1 | Series 2 | Series 3 | Series 4 | |------|----------|----------|----------|----------| | 6 | 220 | 160 | 140 | 120 | | 8 | 260 | 200 | 160 | 100 | | 10 | 300 | 240 | 180 | 80 | | 12 | 340 | 280 | 200 | 60 | | 16 | 380 | 320 | 240 | 40 | | 20 | 420 | 360 | 280 | 20 | | 25 | 440 | 380 | 320 | 10 | | 30 | 420 | 360 | 340 | 5 | | 45 | 320 | 140 | 160 | 10 | | 50 | 140 | 120 | 140 | 10 |Werkstoffe:
(1) MDF
(2) PE 1000
(3) Nadelholz
(4) Hartholz
∅ Fräser

line
| Time (s) | Zeitspanvolumen Q [cm³/min] | | -------- | --------------------------- | | 6 | 230 | | 16 | 90 | | 25 | 10 | | 30 | 50 | | 50 | 30 |Werkstoffe:
(1) Spanplatte
(2) PA6 GF30
(3) Alu
∅ Fräser

line
| x | Zeitspanvolumen Q [cm³/min] | | ---- | --------------------------- | | 6 | 900 | | 8 | 900 | | 10 | 900 | | 12 | 900 | | 16 | 1000 | | 20 | 1050 | | 25 | 1100 | | 30 | 1200 | | 40 | 1400 | | 50 | 1700 | | 60 | 2000 |Werkstoffe:
(1) Hartschaum
∅ Fräser
Zulässige Fräserdurchmesser:
| Material | 20 | 30 | 40 | 45 | 50 | 60 |
| Hartschaum | √ | √ | √ | √ | √ | √ |
| PE1000 | √ | √ | √ | √ | ||
| PA6GF30 | √ | √ | √ | √ | √ | |
| Holz (weich) | √ | √ | ||||
| Holz (hart) | √ | √ | ||||
| MDF | √ | √ | √ | √ | ||
| Spanplatte | √ | |||||
| Aluminium | √ | √ | ||||
| CBN Schleifstift | √ | √ | √ | |||
| Normalkorund | √ | √ | √ |

Als Schaftform darf nur ein Zylinderschaft Toleranzfeld H7 oder ein Schaft nach DIN EN ISO 6535 Form HA verwendet werden, da es sonst bei hohen Drehzahlen zu großer Unwucht führen kann.
4.3 Werkzeugwechsel

Gefahr
Bei allen Wartungsarbeiten den Netzstecker ziehen.

Tragen Sie beim Werkzeugwechsel Schutzhandschuhe. Das Einsatzwerkzeug kann sich bei längeren Arbeitsvorgängen stark erwärmen und/oder Schneidkanten des Einsatzwerkzeuges sind scharf.
4.3.1 Werkzeugspannung mittels Spannzange
Die Spindel 1 (Abb. 1) des Fräs- und Schleifmotors ist mit einer Präzisions-Spannzange 2 (Abb. 1) zur Aufnahme der Werkzeuge ausgerüstet. Die Spindelarretierung wird durch den Verriegelungstaster 4 ausgelöst und erleichtert das Anziehen und Lösen der Überwurfmutter 3 (Abb. 1).
Zum Werkzeugwechsel gehen Sie wie folgt vor:
- Zum Ausspannen des Werkzeugs wird die Spindel 1 (Abb. 1) durch Eindrücken des Verriegelungstasters 4 (Abb. 1) arretiert.
- Mit einem Einmaulschlüssel SW 22 wird die Überwurfmutter 3 gelöst.
- Ziehen Sie das Werkzeug nach vorne ab.
- Schieben Sie das neue Werkzeug bis zum Anschlag in die Werkzeugaufnahme.
- Überprüfen Sie den Sitz des Werkzeugs.
- Beim Spannen des Werkzeugs wird die Spindel 1 (Abb. 1) arretiert.
- Mit dem Einmaulschlüssel SW 22 wird die Überwurfmutter 3 angezogen.
Alternative Methode zum Spindelarretierung:
- Zweiten Einmaulschlüssel SW 22 an Schlüsselfläche der Spindel verwenden.
4.4 Spannzangen

Gefahr
Überwurfmutter 3 (Abb. 1) zum Schutz des Gewindes auf Spindel 1 (Abb. 1) leicht aufdrehen, jedoch nie festziehen, wenn kein Werkzeug eingesetzt ist. Die Spannzange 2 (Abb. 1) könnte zu stark zusammengedrückt und dabei beschädigt werden.
4.4.1 Infos zur Verwendung der Spannzangen:
- Bei OZ12-Spannzangen (DIN 6388 / ISO 10897) bitte immer die korrekte Fräsergröße verwenden
- Spannzange bitte immer zuerst in die Überwurfmutter einklicken, dann Fräser einstecken
- Wenn verklemmt, bitte die Spannzange mit einem Kantholz oder Gummihammer durch leichten Schlag von hinten lösen (kein Metallwerkzeug!)
- Bitte die Spannzangen anfangs sowie nach längerem Gebrauch etwas ölen, da diese sich sonst festsetzen können. Für eine erneute Benutzung müssen die Spannzangen frei von Partikeln und Fett sein.
- Eine deutlich bessere Rundlaufgenauigkeit kann auch durch Verwendung eines Festschmierstoffes (z. B. Molykote P-40) oder durch leichtes einfetten der Spannzangen erreicht werden
4.4.2 Ein- und Ausspannen des Fräswerkzeugs

Ziehen Sie die Überwurfmutter nie ohne eingesetztes Werkzeug an, sonst kann die Spannzange beschädigt werden.
Zum Einspannen des Fräswerkzeugs, gehen Sie wie folgt vor:
- Schieben Sie den sauberen Fräserschaft möglichst weit in die geöffnete Spannzange 2 (Abb. 1).
- Drücken Sie den Verriegelungstaster 4, um die Fräserspindel 1 zu arretieren.
- Durch Rechtsdrehen zuerst von Hand und anschließend mit Gabelschlüssel SW22 ziehen Sie die Überwurfmutter 3 fest. Ein Nachfassen mit dem Gabelschlüssel ist nicht erforderlich.
- Drehen Sie die Frässpindel um 180° zurück, nachdem Sie die Spindelarretierung über den Verriegelungstaster 4 gelöst haben und fixieren Sie die Spindel mit dem Verriegelungstaster 4 neu.
Beim Ausspannen ist die Reihenfolge umgekehrt.
Die Eurohalsaufnahme „V“ sollte das Maß „h“ nicht unterschreiten (Abb. 7). Das Maß „h“ beträgt 20 mm.
Spannen Sie den Fräsmotor möglichst über den gesamten Aufnahmedurchmesser in der Eurohalsaufnahme „V1“ fest (Abb. 8). Drehen Sie Spannschraube „W“ mit max. 7 Nm fest.
Vermeiden Sie möglichst punktuelles Spannen (z. B. über einen Gewindestift) in der Eurohalsaufnahme „V2“ (Abb. 9).
5 Betrieb
5.1 Allgemeines
Diese Betriebsanleitung muss allen mit der Bedienung des Fräsmotors beauftragten Personen zur Kenntnis gegeben werden, wobei insbesondere auf das Kapitel „Sicherheitshinweise“ aufmerksam zu machen ist.
Diese Betriebsanleitung beinhaltet nur den Fräsmotor und berücksichtigt nicht die Einbausituation. Bitte beachten Sie eventuelle andere Betriebsanleitungen.
5.1.1 Einschalten
Betätigen Sie den Leistungsschalter 5 (Abb. 2). Ist der Fräsmotor an der Netzspannung angeschlossen, so leuchtet das Stellrad X in der Farbe Blau (BU) und der Fräsmotor beschleunigt nach 0,2 s mit einem Sanftanlauf auf die zuvor eingestellte Drehzahl. Die Dauer des Sanftanlaufs hängt von der eingestellten Drehzahl ab und beträgt bei höchster Drehzahl ca. 1,2 s.
5.1.2 Ausschalten
Betätigen Sie den Leistungsschalter 5 (Abb. 2). Die Beleuchtung am Stellrad X erlischt und der Motor läuft bis zum Stillstand aus.
5.2 Drehzahlsteuerung über die elektronische Schnittstelle
Über die Schnittstelle Y (Abb. 2) können Sie die Drehzahl steuern und die Restlaufzeit bei Überlast automatisiert überwachen.
Zum Schutz des Anwenders und der angeschlossenen Systeme ist die Schnittstelle galvanisch von der Spannungsversorgung des Antriebsstrangs getrennt (Sicherheitsschutztrennung). Alle Signal- und Betriebsspannungen beziehen sich auf das Bezugspotential „GND“.
Sobald der Versorgungspin „U _NC “ (siehe Tabelle/Abbildung auf Seite 17) der Schnittstelle gemäß der Spezifikation mit Spannung beaufschlagt wird, geht der Fräsmotor in den "Portalbetrieb" über.
Die untere Zustandstabelle 1 stellt alle möglichen Konstellationen der Ansteuerung dar.
| Eingang | Ausgang | ||||||
| HS / - | U_AC /V | U_NC /V | PS_s | U_s /V | U_0 /V | Betriebsart | n / min-1 |
| AUS | N/A | N/A | N/A | N/A | N/A | Außer Betrieb | 0 |
| EIN | 0 | N/A | N/A | N/A | N/A | Außer Betrieb | 0 |
| EIN | 198-253 | < 6 | 1 | N/A | N/A | Manueller Betrieb | 4000 |
| EIN | 198-253 | < 6 | 6 | N/A | N/A | Manueller Betrieb | 25000 |
| EIN | 198-253 | 8 - 56 | N/A | 0 | 0 - 1 | Portal-Betrieb | 4000 |
| EIN | 198-253 | 8 - 56 | N/A | 10 | 0 - 1 | Portal-Betrieb | 25000 |
| EIN | 198-253 | 8 - 56 | N/A | 0 - 10 | 1,5 - 5 | Überlast-Betrieb | 4000 - 25000 |
Tabelle 1: Mögliche Konstellationen der Ansteuerung
Legende:
| Einheit | Bedeutung |
| HS = Leistungsschalter | |
| U_AC = Netzspannung | |
| U_NC | = Spannungsversorgung (Schnittstelle) |
| PS_S = Position Stellrad | |
| U_S = Steuerspannung Drehzahl (Schnittstelle) | |
| U_O | = Ausgabe Restlaufzeit im Überlastbetrieb (Schnittstelle) |
| GND | = Bezugspotenzial für Spannungen der Schnittstelle |
| n = Drehzahl der Arbeitsspindel | |
| N/A | = Nicht anwendbar bzw. nicht relevant |
Wird die Schnittstelle nicht verwendet, schützen Sie diese mit der mitgelieferten Abdeckkappe Z (Abb. 3) gegen Verschmutzung.
5.2.1 Belegung Portalstecker
Alle Pins am Portalstecker sind gegen Verpolen geschützt. Bei Spannungen über 30 V ist ein verpolter Dauerbetrieb zu vermeiden, da es zum Ausfall der Schnittstelle führen kann.
| Pin Nr. | Parameter | LitzenfarbeBest.-Nr.211868 |
| 1 | U_NC | Braun |
| 2 | Us | Weiß |
| 3 U | o Schwarz | |
| 4 | GND | Blau |

text_image
Best.-Nr. 211868 4P5.3 Drehzahlvorgabe
Mit dem Stellrad X (Abb. 2) können Sie die Drehzahl stufenlos verändern. Die konkreten Drehzahlwerte einzelner Stufen entnehmen Sie der Tabelle auf Seite 5 oder dem Drehzahlaufkleber am Gehäuse.
Bis zum Erreichen der Motorkennlinie regelt die eingebaute Elektronik auf die eingestellte Drehzahl nach.
5.3.1 Drehzahlstellung über die elektronische Schnittstelle
Im "Portalbetrieb" wird die Stellung des Stellrads X (Abb. 2) zur Drehzahlvorgabe ignoriert. Die Drehzahl lässt sich ausschließlich durch Spannung am Pin „U s“ verändern. Möchten Sie die Drehzahl mittels des Stellrades X (Abb. 2) einstellen, so muss zuvor der "Portalbetrieb" durch Abschaltung der Spannungsversorgung am Pin „U NC“ oder Abziehen des Steuerungskabels deaktiviert werden.
Der Zusammenhang zwischen der Drehzahl und der Steuerspannung ist in den Formeln (1) und (2) wiedergegeben.
$$ U _ {S} = \frac {n - 4 0 0 0 m i n ^ {- 1}}{1 9 0 0 \frac {m i n ^ {- 1}}{V}} \tag {1} $$
$$ n = U s * 1 9 0 0 \frac {m i n ^ {- 1}}{V} + 4 0 0 0 m i n ^ {- 1} \tag {2} $$
5.4 Überlastschutz

Gefahr
Sollten Sie nach Auslösen des Überlastschutzes Tätigkeiten an der Arbeitsspindel durchführen, muss zuvor zwingend der Netzstecker gezogen werden.
Zum Schutz des Fräsmotors werden die Betriebsparameter Strom, Drehzahl und Temperatur dynamisch überwacht und bei Bedarf wird der Fräsmotor abgeschaltet. Kurz vor dem Auslösen des Überlastschutzes wechselt die Beleuchtung des Stellrades X (Abb. 2) in ein permanentes Rot (RD).
Zur Wiederinbetriebnahme des Fräsmotors, müssen Sie den Leistungsschalter 5 (Abb. 2) aus- und einschalten. Der Fräsmotor geht in Betrieb und die Beleuchtung des Stellrades X (Abb. 2) wechselt in Blau (BU).
5.4.1 Optische Ausgabe der Restlaufzeit
Auslösen des Überlastschutzes im Betrieb führt zum Bruch des Fräswerkzeuges, Beschädigung des Werkstücks oder sogar Beschädigung des Portalsystems. Sie können dies verhindern indem Sie auf die optischen Ausgabesignale am Stellrad X (Abb. 2) achten.
Solange der Fräsmotor leistungsmäßig nicht überbelastet wird, leuchtet das Stellrad permanent in der Farbe Blau (BU).
Bei Überbelastung des Fräsmotors wird die errechnete Restlaufzeit als Blinken in der Farbe Rot (RD) angezeigt. Auf der Seite 6 (Abb. 6) sehen Sie die zeitlichen Anordnung der Pulse im Überlastbetrieb. Den Zusammenhang zwischen den Blinkverhalten und der zugehörigen Restlaufzeit entnehmen Sie der unteren Tabelle 2 auf Seite 19.
Ist die Restlaufzeit für Ihre Anwendung nicht ausreichend, vermindern Sie die Last bzw. den Vorschub um wieder in den Dauerbetrieb wechseln zu können.
5.4.2 Ausgabe der Restlaufzeit über die elektronische Schnittstelle
Befindet sich der Fräsmotor im „Portalbetrieb“, kann zusätzlich zur optischen Ausgabe die Restlaufzeit über die Schnittstelle abgefragt werden.
Die untere Tabelle zeigt den Zusammenhang zwischen der Restlaufzeit und den zugehörigen Ausgangsgrößen.
| Betriebsart | Restlaufzeit / s | Ausgabe Restlaufzeit U_0 /V | Stellrad - Beleuchtung |
| Dauerbetrieb | unbegrenzt | 0 | Blau (BU), permanent |
| Überlastbetrieb(Motor läuft) | < 160 | 1,5 | 1 x roter Puls (RD) |
| < 80 2,5 | |||
| < 40 | 3 | 2 x roter Puls (RD) | |
| < 20 | 4 | ||
| < 10 | 4,5 | 3 x roter Puls (RD) | |
| < 5 | 5 | Rot (RD), permanent | |
| Abschaltung | 0 | 5 |
Tabelle 2: Zusammenhang zwischen Restlaufzeit und den zugehörigen Ausgangsgrößen
6 Wartung und Instandhaltung

Gefahr
Bei allen Wartungsarbeiten den Netzstecker ziehen.
MAFELL-Maschinen sind wartungsarm konstruiert.
Wechseln Sie die Kohlebürsten nach spätestens 125 – 150 Betriebsstunden aus. Die Ersatzteile entnehmen Sie Kap. 9.
Die eingesetzten Kugellager sind auf Lebenszeit geschmiert. Nach längerer Betriebszeit empfehlen wir, die Maschine einer autorisierten MAFELL-Kundendienstwerkstatt zur Durchsicht zu übergeben.
Lassen Sie Ihr Elektrowerkzeug nur von qualifiziertem Fachpersonal und nur mit Original-Ersatzteilen reparieren. Damit wird sichergestellt, dass die Sicherheit des Elektrowerkzeuges erhalten bleibt.
6.1 Lagerung
Wird der Fräsmotor längere Zeit nicht verwendet, ist dieser sorgfältig zu reinigen. Blanke Metallteile mit einem Rostschutzmittel einsprühen. Verschließen Sie den Portalstecker mit der mitgelieferten Abdeckkappe Z (Abb. 3).
7 Störungsbeseitigung

Gefahr
Die Ermittlung der Ursachen von vorliegenden Störungen und deren Beseitigung erfordern stets erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht. Vorher Netzstecker ziehen!
Im Folgenden sind einige der häufigsten Störungen und ihre Ursachen aufgeführt. Bei weiteren Störungen wenden Sie sich bitte an Ihren Händler oder direkt an den MAFELL-Kundendienst.
| Störung | Ursache | Beseitigung |
| Der Fräsmotor lässt sich nicht einschaltenDas Stellrad leuchtetnicht | Es ist keine Netzspannung vorhanden | Die Spannungsversorgung kontrollieren |
| Die Netzsicherung ist defekt | Die Netzsicherung ersetzen | |
| Der Fräsmotor lässt sich nicht einschalten. Das Stellrad leuchtet inBlau(BU) | Die Kohlebürsten sind abgenutzt | Den Fräsmotor zum MAFELL-Kundendienst bringen |
| Der Fräsmotor bleibt während des Betriebs stehen. Das Stellrad leuchtetnicht | Netzausfall | Die netzseitige Vorsicherungen kontrollieren |
| Der Fräsmotor bleibt während des Betriebs stehen. Das Stellrad leuchtet inRot(RD) | Der Überlastschutz wurde ausgelöst | Den Leistungsschalter ausschalten. Vor der Inbetriebnahme die Arbeitsspindel freimachenDen Leistungsschalter einschalten und den Betrieb mit verminderter/m Last/Vorschub fortsetzen |
| Die Drehzahl lässt sich nicht am Stellrad verstellen | Der Fräsmotor befindet sich im Portalbetrieb | Die Spannungsversorgung der Schnittstelle abstellenDen externen Anschluss der Schnittstelle abziehen |
| Die Drehzahl lässt sich nicht über die Schnittstelle steuern | Spannungsversorgung der Schnittstelle fehlt / ist unzureichend | Die Spannungsversorgung der Schnittstelle gemäß der Spezifikation zuschalten |
| Die Kontaktierung zum Portalstecker ist unzureichend | Die Kontaktierung überprüfen | |
| Das Steuerungskabel ist defekt | Das Steuerungskabel ersetzen | |
| Die Belegung der Schnittstelle ist falsch mit dem Portalsystem verbunden | Das Steuerungskabel gemäß Kapitel „Belegung Portalstecker“ anschließen |
8 Sonderzubehör
- Spannzange OZ12 ø 3 mm Best.-Nr. 093827
- Spannzange OZ12 ø 4 mm Best.-Nr. 093828
- Spannzange OZ12 ø 6 mm Best.-Nr. 093829
- Spannzange OZ12 ø 8 mm Best.-Nr. 093830
- Spannzange OZ12 ø 10 mm Best.-Nr. 093831
- Spannzange OZ12 ø 12 mm Best.-Nr. 093832
- Spannzange OZ12 ø 1/8" Best.-Nr. 093833
- Spannzange OZ12 ø 1/4" Best.-Nr. 093834
- Spannzange OZ12 ø 1/2" Best.-Nr. 093835
- Überwurfmutter OZ12 Best.-Nr. 093836
- Steuerungskabel NC, 5 m schwarz Best.-Nr. 211868
9 Explosionszeichnung und Ersatzteilliste
Die entsprechenden Informationen zu den Ersatzteilen finden Sie auf unserer Homepage: www.mafell.com
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Table of Contents
Beschermingsklasse II
