LDL100 - Detektor IFM - Kostenlose Bedienungsanleitung
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BEDIENUNGSANLEITUNG LDL100 IFM
Betriebsanleitung
Konduktiver Leitfähigkeitssensor hygienisch G1/2
LDL100
Inhaltsverzeichnis
1 Vorbemerkung 3
1.1 Verwendete Symbole 3
1.2 Warnhinweise 3
2 Sicherheitshinweise 4
3 Bestimmungsgemäße Verwendung 5
3.1 Einsatzbereich 5
3.2 Beschränkung des Einsatzbereichs 5
4 Funktion 6
4.1 Messprinzip.... 6
4.2 Analogfunktion 6
4.3 Definierter Zustand im Fehlerfall 7
4.4 IO-Link 7
5 Montage 8
5.1 Einbauort / Einbauumgebung 8
5.2 Montagevorgang 9
5.3 Montagevorgang des Adapters 9
5.4 Montagevorgang des Sensors 9
5.5 Hinweise für den Einsatz nach EHEDG. 10
5.6 Hinweise für den Einsatz nach 3A® 10
6 Elektrischer Anschluss 11
6.1 Für den Gültigkeitsbereich cULus 11
7 Parametrierung....12
7.1 Parametrierung über Memory Plug 12
7.2 Parametrierung während des laufenden Betriebs 12
7.3 Einstellbare Parameter 13
7.3.1 Grundeinstellungen.... 13
7.3.2 Weitere Einstellungen.... 13
7.3.3 Parametrierbeispiel.... 14
7.4 Temperatureinfluss und Temperaturkoeffizient 14
7.4.1 Temperatureinfluss des Mediums 14
7.5 Ermittlung des Temperaturkoeffizienten Tk.... 15
8 Betrieb 16
8.1 Überprüfen der Funktionen 16
8.2 Betriebs- und Diagnosemeldungen über IO-Link. 16
8.3 Ausgangsverhalten in verschiedenen Betriebszuständen 16
9 Wartung, Instandsetzung, Transport und Entsorgung 17
Werkseinstellung.... 18
1 Vorbemerkung
Anleitung, technische Daten, Zulassungen und weitere Informationen über den QR-Code auf dem Gerät / auf der Verpackung oder über documentation.ifm.com.
1.1 Verwendete Symbole
√ Voraussetzung
▶ Handlungsanweisung
Reaktion, Ergebnis
[...] Bezeichnung von Tasten, Schaltflächen oder Anzeigen
→ Querverweis

Wichtiger Hinweis
Fehlfunktionen oder Störungen sind bei Nichtbeachtung möglich

Information
Ergänzender Hinweis
1.2 Warnhinweise
Warnhinweise warnen vor möglichen Personen- und Sachschäden. Dadurch wird der sichere Umgang mit dem Produkt ermöglicht. Warnhinweise sind wie folgt abgestuft:

WARNUNG
Warnung vor schweren Personenschäden
▷ Tödliche und schwere Verletzungen sind möglich, wenn der Warnhinweis nicht beachtet wird.

VORSICHT
Warnung vor leichten bis mittelschweren Personenschäden
▷ Leichte bis mittelschwere Verletzungen sind möglich, wenn der Warnhinweis nicht beachtet wird.
ACHTUNG
Warnung vor Sachschäden
▷ Sachschäden sind möglich, wenn der Warnhinweis nicht beachtet wird.
2 Sicherheitshinweise
- Das beschriebene Gerät wird als Teilkomponente in einem System verbaut.
– Die Sicherheit dieses Systems liegt in der Verantwortung des Erstellers.
- Der Systemersteller ist verpflichtet, eine Risikobeurteilung durchzuführen und daraus eine Dokumentation nach den gesetzlichen und normativen Anforderungen für den Betreiber und den Benutzer des Systems zu erstellen und beizulegen. Diese muss alle erforderlichen Informationen und Sicherheitshinweise für den Betreiber, Benutzer und ggf. vom Systemersteller autorisiertes Servicepersonal beinhalten.
- Dieses Dokument vor Inbetriebnahme des Produktes lesen und während der Einsatzdauer aufbewahren.
- Das Produkt muss sich uneingeschränkt für die betreffenden Applikationen und Umgebungsbedingungen eignen.
- Das Produkt nur bestimmungsgemäß verwenden (→ Bestimmungsgemäße Verwendung).
- Die Missachtung von Anwendungshinweisen oder technischen Angaben kann zu Sach- und / oder Personenschäden führen.
- Für Folgen durch Eingriffe in das Produkt oder Fehlgebrauch durch den Betreiber übernimmt der Hersteller keine Haftung und keine Gewährleistung.
- Montage, elektrischer Anschluss, Inbetriebnahme, Bedienung und Wartung des Produktes darf nur ausgebildetes, vom Anlagenbetreiber autorisiertes Fachpersonal durchführen.
- Geräte und Kabel wirksam vor Beschädigung schützen.
- Das Produkt nur für zulässige Medien einsetzen (→ Technische Daten).
- Das Gerät entspricht der Norm EN 61000-6-4 und ist ein Produkt der Klasse A. In Haushaltsumgebungen kann das Gerät Rundfunkstörungen verursachen. Sollten Störungen auftreten, muss der Anwender durch geeignete Maßnahmen für Abhilfe sorgen.
3 Bestimmungsgemäße Verwendung
Das Gerät erfasst die Leitfähigkeit und die Temperatur von Flüssigkeiten in Rohrleitungen und Tanksystemen. Das Gerät ist für den direkten Kontakt mit dem Medium ausgelegt.
3.1 Einsatzbereich
• Lebensmittel- und Hygienebereich
- Elektrisch leitende Medien (z. Bsp. Wasser, Milch, CIP-Flüssigkeiten).
Anwendungsbeispiele:
- Erfassung von Spülvorgängen innerhalb einer Prozessanlage.
- Produktüberwachung
• Erfassung eines Mediumwechsels - Phasentrennung
- Verwendung innerhalb von CIP-Reinigungsprozessen
3.2 Beschränkung des Einsatzbereichs
- Das Gerät nur für Messstoffe einsetzen, gegen die die prozessberührenden Materialien hinreichend beständig sind (→ Technisches Datenblatt).
- Das Gerät ist nicht geeignet für Flüssigkeiten mit einer niedrigen elektrischen Leitfähigkeit (z. B. Öle, Fette, Reinstwasser, destilliertes Wasser).
- Das Gerät ist nicht geeignet für Anwendungen, bei denen die Sonde anhaltender und starker mechanischer Belastung ausgesetzt ist (z. B. abrasive Medien oder stark strömende Medien mit Feststoffen).
- Nicht geeignet für Medien, die zu Ansatzbildung neigen.
- Sondenspitze nicht direkter Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung) aussetzen.
4 Funktion
4.1 Messprinzip

Das Gerät arbeitet nach dem konduktiven Messverfahren. Es misst die elektrische Leitfähigkeit des zu überwachenden Mediums mit Hilfe eines Stromflusses zwischen der Sondenspitze und Einbauadapter (1).

Der Sensorkopf muss von der Sondenspitze bis zum Einbauadapter in Kontakt mit der Prozessflüssigkeit stehen. Andernfalls besteht keine elektrische Verbindung und es kann keine Messung vorgenommen werden.
1: Einbauadapter
Um Temperatureinflüsse zu kompensieren, wird zusätzlich über einen in der Sensorspitze befindlichen Temperaturfühler die Prozesstemperatur erfasst.
4.2 Analogfunktion
Das Gerät gibt ein zur Leitfähigkeit bzw. (wahlweise) zur Temperatur proportionales Analogsignal aus. Der Analogausgang (OUT2) ist parametrierbar.
Verlauf des Analogsignals (Werkseinstellung):

Verlauf des Analogsignals (Messbereich skaliert):

L: Leitfähigkeit
T: Temperatur
1: [ou2] = [l]
2: [ou2] = [InEG]
ASP2: Analogstartpunkt
AEP2: Analogendpunkt
4.3 Definierter Zustand im Fehlerfall
Wird ein Gerätefehler erkannt oder unterschreitet die Signalgüte einen Mindestwert, geht der Ausgang OUT2 in einen definierten Zustand gemäß Namur-Empfehlung (NE43).
Das Verhalten des Ausgangs für diesen Fall ist einstellbar mit Hilfe des Parameters [FOU2].
4.4 IO-Link
IO-Link ist ein Kommunikationssystem für die Anbindung intelligenter Sensoren und Aktoren an Automatisierungssysteme. IO-Link ist in der Norm IEC 61131-9 standardisiert.

Allgemeine Informationen zu IO-Link unter io-link.ifm

Input Output Device Description (IODD) mit allen Parametern, Prozessdaten und detaillierten Beschreibungen zum Gerät unter documentation.ifm.com
IO-Link bietet folgende Vorteile:
• Störfeste Übertragung aller Daten und Prozesswerte
- Parametrierung im laufenden Prozess oder Voreinstellung außerhalb der Applikation
• Parameter zur Identifikation der angeschlossenen Geräte in der Anlage
• Zusätzliche Parameter und Diagnosefunktionen
- Automatische Sicherung und Wiederherstellung von Parametersätzen bei Geräteaustausch (Data storage)
- Protokollierung der Parametersätze, Prozesswerte und Ereignisse
- Gerätebeschreibungsdatei (IODD – Input Output Device Description) für einfache Projektierung
• Standardisierter elektrischer Anschluss
- Fernwartung
5 Montage

VORSICHT
Bei Medientemperaturen über 50°C (122°F) können sich einige Bereiche des Gehäuses auf über 65°C (149°F) erwärmen.
▷ Verbrennungsgefahr
▶ Gerät nicht berühren
▶ Gehäuse gegen den Kontakt mit entzündlichen Stoffen und gegen unbeabsichtigtes Berühren sichern.
▶ Gerät und Prozessadapter vor der Wartung abkühlen lassen.
Vor Ein- und Ausbau des Geräts:
▶ Sicherstellen, dass die Anlage druckfrei ist und sich kein Medium in der Rohrleitung oder dem Behälter befindet. Zudem immer die möglichen Gefahren beachten, die von extremen Anlagen- und Medientemperaturen ausgehen können.
Der Sensor wird ohne Montage- und Anschlusszubehör geliefert.
Ausschließlich Zubehör der ifm electronic gmbh verwenden! Bei Verwendung von Komponenten anderer Hersteller wird eine optimale Funktion nicht gewährleistet.
Verfügbares Zubehör: www.ifm.com.
Vor der erstmaligen Benutzung des Sensors muss dieser mit einem für den Anwendungsfall geeignetem und zugelassenem Reinigungsmittel gereinigt werden.
5.1 Einbauort / Einbauumgebung
Korrekter Sitz des Geräts, einwandfreie Funktion und Dichtigkeit des Anschlusses sind nur mit ifm-Adaptern gewährleistet.
▶ Bei Applikationen im Hygienebereich: Die Hinweise für den Einsatz nach EHEDG und die Hinweise nach 3A® beachten.
Bei Montage in Tanks und Rohrleitungen:
▶ Gerät (insbesondere in waagerechten Rohrleitungen) seitlich oder in einem Winkel von max. 45° zur Horizontalen einbauen.
▷ Vermeidung von beeinflussenden Luftblasen und Ablagerungen.

▶ Einbau vorzugsweise vor oder in Steigleitungen.
▶ Ein- und Auslaufstrecken (2) vorsehen (minimal 3 x DN, optimal 5 x DN).
▷ Damit werden Störeinflüsse durch Krümmungen, Ventile, Reduzierungen und Ähnlichem kompensiert.

S: Störeinfluss
DN: Rohrdurchmesser
1: Sensor
2: Ein- und Auslaufstrecken
5.2 Montagevorgang
Das Gerät wird mit Hilfe eines G1/2-Adapters eingebaut ( → Zubehör).
5.3 Montagevorgang des Adapters
▶ Betriebsanleitung des verwendeten Adapters beachten.
▶ Für Sauberkeit der Dichtflächen sorgen.
▶ Schutzverpackungen erst kurz vor der Montage entfernen.
▶ Bei Beschädigungen der Dichtflächen Gerät oder Adapter ersetzen.
▶ Adapter einschweißen oder montieren. Bei Einschweißadaptern darauf achten, dass sich der Adapter beim Einschweißen nicht verzieht.
Bei Clamp-Adaptern o. ä. weicht die Reihenfolge der Montageschritte hiervon ab. Entsprechende Hinweise in der Montageanleitung des jeweiligen Adapters beachten.
5.4 Montagevorgang des Sensors
▶ Beiliegende Dichtung (schwarzer O-Ring) (1) über das Gewinde auf den Sensor aufschieben oder deren Sitz prüfen, wenn diese bereits montiert ist.
▷ Die Dichtung dichtet den rückwärtigen Bereich zwischen Sensor und Adapter ab.
Ungeeignete Dichtungen können zu Dichtigkeitsproblemen führen.

1: Rückwärtige Dichtung (O-Ring, schwarz).
2: Dichtkonus / Abdichtung PEEK auf Metall.
▶ Gewinde des Sensors mit einer für den vorliegenden Anwendungsbereich geeigneten und zugelassenen Schmierpaste leicht einfetten.
▶ Sensor in den vorgesehenen Prozessanschluss einschrauben und festziehen. Anzugsmoment: 20 Nm
▶ Behälter/Rohrleitung nach Montage auf Dichtigkeit prüfen.
5.5 Hinweise für den Einsatz nach EHEDG
! Falls Einschweißadapter verwendet werden, muss die Lebensmittelkontaktfläche glatt sein (Oberflächenrauheit Ra < 0,8 μm) und die Schweißung muss gemäß EHEDG-Richtlinie 9 und 35 erfolgen.
Das Gerät ist bei entsprechender Installation für CIP (cleaning in process) geeignet.
▶ Einsatzgrenzen (Temperatur- und Werkstoffbeständigkeit) laut Datenblatt beachten.
▶ Auf EHEDG-konforme Einbindung des Gerätes in die Anlage achten.
▶ Selbstentleerende Installation anwenden.
▶ Nur EHEDG zugelassene Prozessadapter mit erforderlichen speziellen Dichtungen gemäß EHEDG Positionspapier verwenden.
▶ Bei Tankeinbauten muss der Einbau frontbündig sein, bzw. muss die Reinigung durch direktes Einstrahlen gesichert sein. Toträume müssen erfasst werden.
▶ Leckagebohrungen gut sichtbar und bei vertikalen Leitungen nach unten zeigend installieren.

▶ Zur Totraumvermeidung, Sensor in Inline-Gehäuse installieren. Minimaler Rohrdurchmesser: 38 mm.
5.6 Hinweise für den Einsatz nach 3A®
▶ Auf 3A-konforme Einbindung des Sensors in die Anlage achten.
▶ Nur 3A-zugelassene und mit dem 3A-Symbol gekennzeichnete Adapter verwenden. Verfügbares Zubehör: www.ifm.com.
Der Prozessanschluss muss mit einer Leckagebohrung versehen sein. Bei Verwendung von Adaptern mit 3A-Zulassung ist dies gewährleistet.
▶ Leckagebohrungen gut sichtbar und bei vertikalen Leitungen nach unten zeigend installieren.
Bei Einsatz nach 3A gelten besondere Vorschriften zur Reinigung und Wartung.
Nicht einsetzbar in Anlagen, welche die Kriterien erfüllen müssen für Punkt E9.2 der 3A-Norm 63-04.
6 Elektrischer Anschluss

Das Gerät darf nur von einer Elektrofachkraft installiert werden.
Nationale und internationale Vorschriften zur Errichtung elektrotechnischer Anlagen befolgen.
Spannungsversorgung nach SELV, PELV.
▶ Anlage spannungsfrei schalten.
▶ Gerät folgendermaßen anschließen:


| Pin | Adernfarbe | |
| 1: | BN | braun |
| 2: | WH | weiß |
| 3: | BU | blau |
| 4: | BK | schwarz |
| OUT1: IO-Link | ||
| OUT2: Analogausgang | ||
| Farbkennzeichnung nach DIN EN 60947-5-2 | ||

Das Anschlusszubehör ist nicht im Lieferumfang enthalten.
Verfügbares Zubehör: www.ifm.com
6.1 Für den Gültigkeitsbereich cULus
Die elektrische Versorgung darf nur über SELV/PELV-Stromkreise erfolgen.
Die Verwendung eines Netzteils der Versorgungsklasse 2 (Supply Class 2) ist nicht ausgeschlossen, sondern ebenfalls möglich.
Das Gerät muss von einem Limited-Energy-Stromkreis gemäß Abschnitt 9.4 der UL-Norm 61010-1
Dritte Ausgabe, oder entsprechend, versorgt werden.
Bei den an das Gerät angeschlossenen externen Schaltkreisen muss es sich um SELV/PELV-Stromkreise handeln.
Das Gerät ist zumindest unter den folgenden Bedingungen sicher:
- Nutzung im Innenbereich
- Höhe bis 2000 m
• Relative Luftfeuchtigkeit bis maximal 90%, nicht kondensierend
• Verschmutzungsgrad 3 - Verwenden Sie UL-zertifizierte zugelassene Kabel der Kategorie PVVA oder CYJV mit für die Anwendung geeigneten Daten.
- Bei der Reinigung des Geräts ist keine spezielle Behandlung notwendig. (Der Hinweis gilt nicht für Applikationen im Hygienebereich).
7 Parametrierung
Parameter können vor Einbau und Inbetriebnahme des Geräts oder während des laufenden Betriebs eingestellt werden.

Ändern Sie Parameter während des Betriebs, wird die Funktionsweise der Anlage beeinflusst.
▶ Sicherstellen, dass es nicht zu Fehlfunktionen in der Anlage kommt.
Während des Parametriervorgangs bleibt das Gerät im Arbeitsbetrieb. Es führt seine Überwachungsfunktionen mit dem bestehenden Parameter weiter aus, bis die Parametrierung abgeschlossen ist.

In Abhängigkeit von der Parametereinstellung können sich die im Menü verfügbaren Parameter ändern.
Voraussetzungen für die Parametrierung über die IO-Link Schnittstelle:
√ Eine geeignete Parametriersoftware, z. B. ifm moneo|configure
√ Die Input Output Device Description (IODD) für das Gerät, siehe documentation.ifm.com
√ Ein IO-Link Master
▶ Den IO-Link Master mit einer Parametriersoftware verbinden.
▶ Den Port des Masters auf die Betriebsart IO-Link einstellen.
▶ Das Gerät mit einem freien Port des IO-Link Masters verbinden.
▷ Das Gerät wechselt in den IO-Link Modus.
▶ Parametereinstellungen in der Software ändern.
▶ Parametereinstellungen zum Gerät schreiben.

Hinweise zur Parametrierung → Handbuch der Parametriersoftware
7.1 Parametrierung über Memory Plug
Über einen Memory Plug ( → Zubehör) kann ein Parametersatz auf das Gerät geschrieben/übertragen werden.
Der Memory Plug ist auch einsetzbar, um die aktuelle Parametrierung eines Gerätes zu speichern und auf andere Geräte des gleichen Typs zu übertragen.
▶ Passenden Parametersatz (z. Bsp. über einen PC) in den Memory Plug laden. → Bedienungsanleitung des Memory Plug beachten.
▶ Sicherstellen, das sich der Sensor im Auslieferungszustand befindet.
▶ Memory Plug zwischen Sensor und Kabeldose anschließen.
▷ Bei anliegender Spannungsversorgung wird der Parametersatz vom Memory Plug auf den Sensor übertragen.
▶ Memory Plug entfernen und Gerät in Betrieb nehmen.
7.2 Parametrierung während des laufenden Betriebs

Eine Parametrierung im laufenden Betrieb ist nur mit einer IO-Link-fähigen Baugruppe (Master) möglich.
Einstellparameter können direkt über die Steuerung umgestellt werden.
Beispiel: Medienspezifische Parameter wie der Temperaturkoeffizient [T. Cmp] können zur Verbesserung der Genauigkeit angepasst werden.
So lassen sich Rezepturen und Einstellungen in der Steuerung hinterlegen und im laufenden Betrieb umstellen.
Durch die Parametrierung über die Steuerung ist eine Überprüfung der Geräte über ein Bit in der Parametrierung sichergestellt.
7.3 Einstellbare Parameter
7.3.1 Grundeinstellungen
| Auslieferungszustand wiederherstellen | Auslieferungszustand (Werkseinstellungen) wiederherstellen (Button zur Auslösung des Systemkommandos) | |
| rEF. T | Normtemperatur (25 °C) = Bezugstemperatur für die Messung der Leitfähigkeit. Normtemperatur kann vom Anwender ggf. angepasst werden. Einstellbereich: 15...35 °C | |
| T. Cmp | Temperaturkompensation. Mit der Eingabe des Temperaturkoeffizienten (mediumspezifische Kennzahl) wird die Leitfähigkeit auf die Normtemperatur ([rEF. T]) zurückgerechnet. Einstellbereich: 0...5 % | |
| uni. T | Auswahl der Temperatureinheit [°C] = Temperatur wird in °C (Grad Celsius) angezeigt [°F] = Temperatur wird in °F (Grad Fahrenheit) angezeigt | |
| CGA | Kalibrierverstärkung (Zellkonstanten-Korrekturfaktor). Mit diesem Faktor wird die Geometrie des Einbaus berücksichtigt. Einstellbereich: 80...120 %. Richtwerte: | |
| Einbau in | Korrekturfaktor [CGA] | |
| DN25 | 95 % | |
| DN40 | 96 % | |
| DN50 | 97 % | |
| DN80 | 100 % | |
| > DN80 / Tank | 107 % | |
7.3.2 Weitere Einstellungen
| ou2 | Ausgangskonfiguration für den Analogausgang (OUT2):[I] = Messbereich wird auf 4...20 mA abgebildet[InEG] = Messbereich wird auf 20...4 mA abgebildet[OFF] = Ausgang AUS (hochohmig) |
| SEL2 | Zuordnung des Analogausgangs zum Prozesswert:[COND] = Leitfähigkeit[TEMP] = Temperatur |
| ASP2-TEMP | Analoger Startpunkt Temperatur; Einstellbereich: -25...115 °C. Abstand zu AEP2-TEMP: mind. 35 °C |
| AEP2-TEMP | Analoger Endpunkt Temperatur; Einstellbereich: 10...150 °C. Abstand zu ASP2-TEMP: mind. 35 °C |
| Offset-TEMP | Nullpunktkalibrierung (Kalibrieroffset) / Temperatur; Einstellbereich: +/- 5 K |
| ASP2-COND | Analoger Startpunkt Leitfähigkeit; Einstellbereich: 0...7500 μS/cm. Abstand zu AEP2-COND: ASP2-COND darf nicht größer als 50 % AEP2-COND sein. |
| AEP2-COND | Analoger Endpunkt Leitfähigkeit; Einstellbereich: 100...15000 μS/cm. Abstand zu ASP2-COND: AEP2-COND muss mindestens doppelt so groß wie ASP2-COND sein. |
| Lo. T | Minimalwertspeicher für Temperatur |
| Hi. T | Maximalwertspeicher für Temperatur |
| Rücksetzen [Hi. T] und [Lo. T] | Maximal- und Minimalwertspeicher zurücksetzen(Button zur Auslösung des Systemkommandos) |
| Lo. C | Minimalwertspeicher für Leitfähigkeit |
| Hi. C | Maximalwertspeicher für Leitfähigkeit |
| Rücksetzen [Hi. C] und [Lo. C] | Maximal- und Minimalwertspeicher zurücksetzen (Button zur Auslösung des Systemkommandos |
| FOU2 | Verhalten von OUT2 im Fehlerfall:[OU] = Analogwert verhält sich gemäß Prozesswert, sofern möglich. Andernfalls: Analogwert geht auf [OFF]. [On] = Analogausgang schaltet im Fehlerfall auf Wert > 21 mA[OFF] = Analogausgang schaltet im Fehlerfall auf Wert < 3,6 mA |
| dAP | Dämpfung des Messsignals; Einstellbereich: 0...20 s |
| S. Tim | Simulation; Eingabe der Simulationsdauer Einstellbereich: 1...60 min |
| S. On | Simulation; Status der Simulation:[OFF] = Simulation AUS[On] = Simulation EIN |
| Start Simulation | Simulation starten (Button zur Auslösung des Systemkommandos) |
| Stop Simulation | Simulation stoppen (Button zur Auslösung des Systemkommandos) |
| S. TMP | Simulation; Auswahl des zu simulierenden Temperaturwertes Einstellbereich: -25...150 °C |
| S. CND | Simulation; Auswahl des zu simulierenden Leitfähigkeitswertes Einstellbereich: 0...15000 μS/cm |
| Gerätetemperatur | Aktuelle Temperatur des Gerätes Messbereich: -40...80 °C |
Weitere Informationen und Parameterbeschreibungen, insbesondere die zu SSC-bezogenen Parametern, sind der IODD-Beschreibung (www.ifm.com) oder den kontextspezifischen Parameter-Beschreibungen der verwendeten Parametriersoftware zu entnehmen.
7.3.3 Parametrierbeispiel
▶ Zellkonstante auf den Einbau in einem Rohr mit Rohrnennweite DN50 anpassen (Parameter [CGA]). Beispiel: [CGA] = [97] %.
▶ Temperaturkompensation (Parameter [T. Cmp]) auf ein Medium mit Temperaturkoeffizient 3,0 %/K einstellen. Beispiel: [T. Cmp] = [3,0].
▶ Alle weiteren Einstellungen vornehmen.
▶ Sensordaten zum Gerät schreiben.
7.4 Temperatureinfluss und Temperaturkoeffizient
7.4.1 Temperatureinfluss des Mediums
Die Leitfähigkeit ist abhängig von der Temperatur. Steigt die Temperatur, wird sich die Leitfähigkeit verändern. Dieser Temperatureinfluss ist abhängig vom jeweiligen Medium und kann vom Gerät kompensiert werden, wenn der Temperaturkoeffizient (Tk) des Mediums bekannt ist. Die Temperaturkompensation wird über den Parameter [T. Cmp] eingestellt. Der temperaturkompensierte Leitfähigkeitswert entspricht dann der Leitfähigkeit bei Normtemperatur (25 °C; Werkseinstellung des Parameters [rEF. T]).
Bei gleich bleibendem Medium ist der TK-Wert bei allen Sensoren gleich einzustellen (geräteunabhängige Kennzahl). Es gibt keine weitere Abhängigkeit zum Messprinzip, Charge oder Hersteller der Sensoren.
Ist der Temperaturkoeffizient des Mediums nicht bekannt, kann er ermittelt werden. Siehe: Ermittlung des Temperaturkoeffizienten Tk (→ 15)
In einer IO-Link Umgebung können vorhandene TKs der Medien als Rezeptur in der Steuerung hinterlegt werden und somit die Genauigkeit der zu erfassenden Werte verbessert werden.
7.5 Ermittlung des Temperaturkoeffizienten Tk
- Parameter [T. Cmp] und [dAP] auf null setzen: [T. Cmp] = [0], [dAP] = [0].
▶ Geänderte ▶ Werte zum Sensor schreiben.
1. Medium auf z. Bsp. 25 °C temperieren und nach einer Wartezeit von 2 min. den Wert der Leitfähigkeit notieren.
2. Medium auf z. Bsp. 45 °C erwärmen und nach einer Wartezeit von 2 min. den Wert der Leitfähigkeit notieren.
Beispiel der notierten Werte:
Medium bei 25 °C = 500 μS/cm; Medium bei 45 °C = 800 μS/cm
Temperaturänderung = 20 K
-
Prozentuale Änderung der Leitfähigkeit errechnen.
Die Leitfähigkeit hat sich um 300 μS/cm erhöht.
Die prozentuale Änderung beträgt also 300/500 = 60 %. -
Temperaturkoeffizient Tk errechnen: Der Tk errechnet sich aus der prozentualen Änderung und der Temperaturänderung wie folgt: Tk = 60 % / 20 K = 3 %/K
- Der errechnete Tk kann nun in den Parameter [T. Cmp] übernommen werden.
Beispiel: [T. Cmp] = [3]. Dämpfung (Parameter [dAP]) ggf. wieder einstellen.
▶ Werte zum Sensor schreiben.
8 Betrieb
8.1 Überprüfen der Funktionen
Nach Einschalten der Versorgungsspannung befindet sich das Gerät im Betriebsmodus. Es führt seine Mess- und Auswertefunktionen aus und erzeugt Prozessdaten (via IO-Link) entsprechend den eingestellten Parametern.
▶ Prüfen, ob das Gerät sicher funktioniert.
8.2 Betriebs- und Diagnosemeldungen über IO-Link
IODD und IODD-Beschreibungstext als PDF unter: www.ifm.com
8.3 Ausgangsverhalten in verschiedenen Betriebszuständen
| OUT1 *) | OUT2 | |
| Initialisierung | Prozesswert ungültig | AUS |
| Normalbetrieb | Prozesswert gemäß Leitfähigkeit / Temperatur | gemäß Leitfähigkeit / Temperatur und Einstellung [ou2] |
| Fehlerfall | Prozesswert ungültig | < 3,6 mA bei [FOU2] = [OFF] > 21 mA bei [FOU2] = [On] keine Änderung bei [FOU2] = [OU] |
*) Prozesswert über IO-Link.
9 Wartung, Instandsetzung, Transport und Entsorgung
▶ Die Bildung von Ablagerungen und Verschmutzungen am Sensorelement sind auszuschließen.
▶ Bei manueller Reinigung dürfen keine harten oder scharfen Gegenstände verwendet werden, um den Sensor nicht zu beschädigen.
Bei Wechsel des Mediums kann für eine höhere Genauigkeit eine Anpassung der Geräteeinstellung (Parameter [T. Cmp]) erforderlich werden.
▶ Eine Instandsetzung des Geräts ist nicht möglich.
▶ Gerät nach Gebrauch umweltgerecht gemäß den gültigen nationalen Bestimmungen entsorgen.
▶ Bei Rücksendungen dafür sorgen, dass das Gerät frei ist von Verunreinigungen, insbesondere von gefährlichen und giftigen Stoffen.
▶ Für den Transport nur geeignete Verpackungen verwenden, um Beschädigungen des Gerätes zu vermeiden.
10 Werkseinstellung
| Werkseinstellung | Benutzereinstellung | |
| rEF. T | 25 (°C) | |
| T. Cmp | 2 (%) | |
| uni. T | °C | |
| CGA | 100 (%) | |
| ou2 | I | |
| SEL2 | COND (Leitfähigkeit) | |
| ASP2-TEMP | 0 (°C) | |
| AEP2-TEMP | 150 (°C) | |
| Offset-TEMP | 0 (K) | |
| ASP2-COND | 0 (μS/cm) | |
| AEP2-COND | 15000 (μS/cm) | |
| Lo. T | --- | |
| Hi. T | --- | |
| Lo. C | --- | |
| Hi. C | --- | |
| FOU2 | OFF | |
| dAP | 1 (s) | |
| S. Tim | 3 min | |
| S. On | OFF | |
| S. TMP | 20,0 (°C) | |
| S. CND | 500 (μS/cm) |