Baden-Württemberg Catan - Brettspiel Kosmos - Kostenlose Bedienungsanleitung
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| Produkttyp | Brettspiel |
| Marke | Kosmos |
| Modell | Baden-Württemberg Catan |
| Kategorie | Gesellschaftsspiel |
| Anzahl Spieler | 3–4 |
| Empfohlenes Alter | ab 10 Jahren |
| Spieldauer | ca. 60–90 Minuten |
| Material | Karton, Kunststoff, Holz |
| Spielinhalt | 1 Spielplan, 2 Würfel, 95 Karten, 16 Städte, 8 Siedlungen, 4 Siegpunktkarten, 1 Baukarte, 1 Almanach |
| Sprache | Deutsch |
| Besonderheiten | Limitierte Jubiläumsausgabe zum 60-jährigen Bestehen Baden-Württembergs |
| Thema | Baden-Württemberg mit Städten und Erfindungen |
| Gewicht | ca. 1,5 kg |
| Abmessungen | ca. 30 x 30 x 8 cm |
| Hauptfunktion | Strategiespiel: Siedlungen bauen, Rohstoffe handeln, Siegpunkte sammeln |
| Wartung | Karten und Spielbrett trocken aufbewahren, nach Gebrauch in der Box verstauen |
| Reinigung | Mit einem trockenen Tuch abwischen, keine Flüssigkeiten verwenden |
| Sicherheitshinweise | Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet (Verschluckungsgefahr durch Kleinteile) |
| Ersatzteile | Nicht einzeln erhältlich, bei Verlust ggf. Kosmos Service kontaktieren |
| Reparatur | Nicht reparierbar, bei Beschädigung Neuanschaffung empfohlen |
Häufig gestellte Fragen - Baden-Württemberg Catan Kosmos
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BEDIENUNGSANLEITUNG Baden-Württemberg Catan Kosmos
60 Jahre Baden-Württemberg - ein Grund zu feiern!
Klaus Teuber, die Catan GmbH und der Kosmos-Verlag hatten sich sehr gefreut, als im Frühjahr 2011 das Landesmarketing Baden-Württemberg anfragte, ob man zum anstehenden Jubiläum nicht für die Landesregierung eine besondere Ausgabe der Siedler von Catan machen könne.
Der zeitliche Rahmen hierfür war zwar eng, schließlich sollte die Jubiläumsausgabe bereits Anfang 2012 fertig sein, aber gemeinsam ging man das Projekt an. Klaus und Benjamin Teuber entwickelten das Spiel, Kosmos kümmerte sich um die Möglichkeiten der Umsetzung, das Landesmarketing steuerte die gewünschten Orte, Erfinder und Siegpunktkarten bei.
Ende Dezember war die streng limitierte Jubiläumsausgabe fertiggestellt.
Ohne diese Jubiläumsausgabe würden Sie diesen Almanach und das zugehörige Spiel jetzt vermutlich nicht in Händen halten können. Wir danken daher dem Landesmarketing für die hervorragende Zusammenarbeit bei der Erstellung der Jubiläumsausgabe und für die Zustimmung, eine spielerisch identische Ausgabe in leicht veränderter Aufmachung veröffentlichen zu dürfen.
Auf den folgenden Seiten erfahren Sie viel Wissenswertes über die Städte und deren Wahrzeichen sowie über die im Land erfolgten Erfindungen. Dies alles natürlich in sehr komprimierter Form und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Wenn Sie den Spielplan betrachten, werden Sie sicher schnell feststellen, dass wir ab und zu ein wenig geschummelt haben. Aus spieltechnischen Gründen waren wir gezwungen, einige Städte etwas zu verschieben – ihre Position entspricht also nicht immer exakt ihrer wahren Lage.
Auch konnten wir leider nicht sämtliche bedeutende Städte Baden-Württembergs auf dem Spielplan unterbringen. Spiel und Spielplan bieten nur Platz für eine bestimmte Anzahl an Städten, so dass wir hier die Auswahl beschränken mussten. Wir bitten alle Spielerinnen und Spieler, deren Stadt nicht auf dem Spielplan vorkommt, um Entschuldigung.
Fckerland

Im frühen Mittelalter lebten die Menschen in Mitteleuropa vorwiegend von der Viehwirtschaft. Die wenigen Ackerflächen waren nicht sehr produktiv, da für jedes eingesäte Korn nur zwei Körner geerntet wurden. Die Verdreifachung der Bevölkerung im Hochmittelalter wurde nur durch Rodung neuer Ackerflächen und verbesserte landwirtschaftliche Methoden ermöglicht. So betrug nach der Einführung des Eisenpfluges und der Dreifelderwirtschaft der Durchschnittsertrag der Aussaat schon das 3- bis 4-fache. Bedingt durch die modernen Düngemethoden liefert die Aussaat von Getreide heute den 20- bis 25-fachen Ertrag. Im Jahr 2007 wurde in Baden-Württemberg etwas mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Ackerfläche genutzt, wovon ca. 2/3 hauptsächlich mit Weizen und Gerste bestellt wurden.
Albstadt
Einwohner: ca. 44.974 (2010)

Albstadt wurde erst 1975 in Form eines Zusammenschlusses verschiedener umliegender Städte und Gemeinden gegründet. Erstmals wurden die heutigen Stadtteile Ebingen, Laufen, Lautlingen, Pfeffingen und Tailfingen aber schon 793 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erwähnt. Das Geschlecht der Stauffenberger hatte bereits 1625 Einfluss in der Region, sie waren die Ortsherren über Lautlingen und Margrethausen. Im Stauffenberg-Schloss, im Ortsteil von Lautlingen, wohnte auch Carl Schenk Graf von Stauffenberg, der das misslungene Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 verübt hat. Die seit 2007 bestehende Gedenkstätte im Schloss wurde ihm zu Ehren eingerichtet.
Automobil

Das Automobil, wie wir es heute kennen, geht hauptsächlich auf Carl Benz zurück, der 1885 seinen ersten Wagen mit integriertem Verbrennungsmotor, damals noch ein Dreirad, in Mannheim fertig stellte. Am 29.01.1886 meldete er seinen Motorwagen als Patent an. Seine Frau, Bertha Benz, unternahm 1888 die erste Überlandfahrt mit einem Automobil, von Mannheim nach Pforzheim und zurück. Der Brennstoff ging ihr recht schnell aus und so kaufte sie sich in der Stadtapotheke von Wiesloch „Ligroin“, ein damals als Reinigungsmittel verwendetes Leichtbenzin. So wurde diese Apotheke sozusagen zur ersten Tankstelle der Welt!
Bad Mergentheim
Einwohner: ca. 22.394 (2010)

Funde aus der Jungstein-, Bronze- und Eisenzeit weisen darauf hin, dass die Gegend um Bad Mergentheim uraltes Siedlungsgebiet ist. Urkundlich wird der Name Mergentheim erstmals 1058 als "Grafschaft Merginthaim im Taubergau" erwähnt. Im 13. Jh. kam der Deutsche Orden in die Stadt und verwendete das Schloss Mergentheim zunächst ab 1219 als Komturei, von 1525 – 1809 auch als Residenz. 1996 wurde hier das moderne Deutschordensmuseum gegründet, das auf rund 3.000 qm Ausstellungsfläche die Geschichte des Deutschen Ordens von den Anfängen 1190 bis heute erzählt.
Baden-Baden Einwohner: ca. 54.445 (2010)

Bereits die Römer gründeten, angelockt von den bis zu 68° heißen Thermalquellen, um 80 n. Chr. eine Siedlung (Aquae) im Gebiet der heutigen Altstadt. Zunächst hieß die Stadt nur Baden. Zur besseren Unterscheidung von gleichnamigen Städten in der Schweiz und Österreich nannte man die Stadt meist „Baden in Baden“, was inoffiziell schnell zu Baden-Baden wurde und ab 1931 dann auch der offizielle Stadtname war. Eines der beeindruckendsten Gebäude Baden-Badens ist das Casino, welches nach Vorbildern der französischen Königsschlösser gestaltet wurde. In den vergangenen Jahrhunderten nur adligen und elitären Gruppen zugänglich, steht es heute allen Gästen Baden-Badens offen.
Baden-Württemberg Einwohner: ca. 10,755 Mio (2011)

Baden-Württemberg wurde am 25. April 1952 durch die Fusion der Nachkriegsländer Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern gegründet. Das Land im Südwesten ist sowohl von der Fläche als auch von der Einwohnerzahl her das drittgrößte Bundesland Deutschlands. Baden-Württemberg gehört heute zu den wirtschaftsstärksten und innovativsten Regionen in Deutschland. Auch im Jahre 2010, wie schon in den meisten Jahren zuvor, kamen die meisten Erfindungen bzw. Patentanmeldungen aus Baden-Württemberg, dicht gefolgt von Bayern.
Das Land Baden, in den Grenzen von 1945, entstand aus der Markgrafschaft Baden, die zu Beginn des 18. Jh. unter Protektion Napoleons zu
beträchtlichen Gebietszuwächsen kam. Mit dem Beitritt zum Rheinbund, einem Militärbündnis deutscher Staaten mit dem Kaiserreich Frankreich, wurde Baden Großherzogtum und damit ein souveräner Staat. Infolge der Revolution von 1918 dankte der letzte Großherzog ab und Baden wurde eine Republik.
Der Kern des modernen Württemberg, in seinen Grenzen von 1945, war das Herrschaftsgebiet des Geschlechts der Württemberger. Im Laufe der Jahrhunderte vergrößerten die Württemberger ihr Gebiet. Aus der Grafschaft Württemberg wurde ein Herzogtum und 1806 schließlich das Königreich Württemberg. Im Revolutionsjahr 1918 entstand dann der Freie Volksstaat Württemberg.
Berühmte Ahnen

Viele bekannte Persönlichkeiten stammen aus Baden-Württemberg. Darunter so verschiedene wie Albert Einstein, Johannes Kepler, Aenne Burda, Gottlieb Daimler, Margarete Steiff und Sepp Herberger.
Biberach an der Riß Einwohner: ca. 32.394 (2010)

Die erstmalige urkundliche Erwähnung Biberachs erfolgt im Jahre 1083. Knapp 200 Jahre später, im Jahre 1281, wurde Biberach zur Freien Reichsstadt erhoben. 1699 wurde die heute älteste Walkmühle in Deutschland, die Weißgerberwalkmühle, errichtet. Da die Gerberei im 18. Jh. eine wichtige Rolle in der Stadt spielte, wurde diese Hammerwalke errichtet, die jede Gerberei gegen Abgabe einer Gebühr benutzen durfte. In ihr wird noch heute nach alter Tradition Leder verarbeitet.
Bühl Einwohner: ca. 29.452 (2010)

Die älteste gesicherte Nennung Bühls datiert auf 1283, als Edelknecht Burkhard von Crutenbach seine Güter an das Kloster Schwarzbach übergab. Bühl liegt in 123 bis 1038 m Höhe inmitten einer dreistufigen Panoramalandschaft. 1403 bekam die Stadt das Marktrecht verliehen. 1622 fielen kroatische Truppen ein und legten den Marktflecken in Schutt und Asche. Die alte Bühler Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde 1880 in das Rathaus umfunktioniert, welches nun das Wahrzeichen der Stadt ist. Der Turm der alten Kirche ist nach wie vor erhalten.
Büstenhalter

Die Geschichte des Büstenhalters geht weit zurück. Schon in der Antike haben Frauen Binden aus Leinen über ihren Brüsten getragen, um sie zu bedecken und schützen. Danach folgten noch etliche Varianten, die auch als Patente eingetragen wurden, aber oft sehr unbequem zu tragen waren. Der erste in Serie hergestellte Büstenhalter kommt aus Baden-Württemberg. Sigmund Lindauer aus Bad Cannstatt führte 1912 sein Modell „Hautana“ ein, das dem Namen entsprechend direkt auf der Haut lag und ohne Fischbeine, Knochen oder Stahl als Längs- und Querstützen auskam. Durch seinen hohen Tragekomfort wurde der Büstenhalter weltweit sehr erfolgreich verkauft.

Die Dauerwelle ist eine Erfindung des aus Todtnau stammenden Frisörs Karl Nessler. Seine spätere Frau Katharina hielt als Erste ihren Kopf für die Erprobung der Dauerwelle hin. Da Nessler anfangs noch feuerbeheizte Zangen verwendete, blieb Katharina von einigen Brandblasen und versengten Haaren nicht verschont. Die Haare waren jedoch gelockt und gaben Nessler in den folgenden Jahren die Motivation, seine Erfindung ständig weiter zu entwickeln. 1906 meldete er sein Patent an, 1909 erfand er die elektrischen Lockenwickler und Anfang der 1920er entwickelte er bereits ein elektrisch betriebenes Heimset für die Erstellung von Dauerwellen.
Draisine

Die Draisine, benannt nach ihrem Erfinder Karl Freiherr von Drais aus Karlsruhe, ist das erste Fortbewegungsmittel, in dem das Zweiradprinzip angewendet wurde, also zwei Räder, die in einer Spur hintereinander laufen. Um sich mit dem 1817 erfundenen Gefährt fortzubewegen, musste man sich mit den Füßen vom Boden abstoßen, ähnlich dem Prinzip des heute noch populären Kinderlaufrads. Es gab noch keine Lenkung, aber man konnte dennoch die damals beachtliche Geschwindigkeit von 15 km/h erreichen. Die bekanntere Eisenbahn-Draisine, ein zweispuriges, mechanisch angetriebenes Schienenfahrzeug geht übrigens auch auf Karl Drais zurück.
Dübel

Die Idee zum Kunststoff-Allzweckdübel, der zu Ehren seines Erfinders Artur Fischer auch „Fischer-Dübel“ genannt wird, kam diesem 1958. Herkömmlich hatte man bis dahin eine Schraube in der Wand verankert, indem man einen Holzklotz in ein Loch in der Wand eingipste und wartete, bis man dort eine Schraube eindrehen konnte. Fischer suchte nach einem leichteren Weg. Er feilte so lange an einem Rundstück Polyamid, bis sein erster Dübel entstand. In seiner Patentschrift beschreibt er diesen als „über einen Teil seiner Länge geschlitzte[n] zylinderförmige[n] Spreizdübel, dessen vorderes Ende mit sägezahnförmigen Einschnitten versehen ist“. Vor allem diese Erfindung trug maßgeblich zu der Erfolgsgeschichte seines Unternehmens „fischer“ bei, das bereits Ende der 70er Jahre einen Umsatz von umgerechnet 80 Millionen Euro erwirtschaftete.
Ehingen Einwohner: ca. 25.670 (2010)

Ehingen wird erstmals in einer Tauschurkunde des Bistums Chur mit dem Kloster Schwarzach (Baden) im Jahre 961 erwähnt, damals noch als „Ehinga“. 1346 fiel es an Österreich, bis es 1805 dann an das neu geschaffene Königreich Württemberg angeschlossen wurde. 1891 entstand der Wolfertturm, der als Kaiser-Wilhelm-Gedächtnisturm errichtet wurde. Eine Besonderheit dieses ca. 30 m hohen Turms ist, dass er eines der frühesten Bauwerke in Deutschland ist, das aus Beton gebaut wurde.

inmann-Benzinmotorsäge

Waldarbeit war schon immer eine anstrengende Arbeit, vor allem als die Bäume noch mit der Axt gefällt werden mussten. Der Schweizer Andreas Stihl hatte die Vision von einer Motorsäge, die von nur einer Person getragen und bedient werden konnte. Er gründete 1926 seine Firma A. STIHL in Bad Cannstatt und begann die Entwicklung der ersten tragbaren Benzinmotorsäge. Nachdem er zunächst sehr erfolgreich eine Zweimann-Motorsäge baute, erreichte er 1950 endlich sein Ziel und entwickelte die erste Motorsäge, die mit 16 kg Gewicht von nur einer Person bedient werden kann. Ständige Weiterentwicklungen machten Stihls Firma zum weltweit erfolgreichsten Motorsägenhersteller.

llwangen Einwohner: ca. 24.589 (2010)

Ellwangen entstand bereits im 7. Jh. als alamannische Siedlung. Neben dieser Siedlung gründeten 764 die einer bayerisch-alamannischen Adelsfamilie entstammenden Brüder Hariolf und Erlolf, Bischöfe der französischen Stadt Langres, ein Benediktinerkloster. Wenig später schon mussten sie das Kloster jedoch dem fränkischen König Karl dem Großen übertragen. Durch seine Stellung als Königskloster begann es bald aufzublühen und durch königliche Schenkungen zu wachsen. Der Grundstein für die Wallfahrtskirche am Schönenberg wurde 1682 gelegt, anlässlich der Verschonung der Stadt Ellwangen von einem verheerenden Brand in 1681. Ihre Bauform, das Vorarlberger Münsterschema, diente später als Vorbild für den Bau vieler weiterer Kirchen.

mmendingen Einwohner: ca. 26.874 (2010)

Im Jahre 1094 wird Emmendingen erstmals in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen erwähnt. 1418 bekam Emmendingen das Marktrecht und 1590 das Stadtrecht zugesprochen. Im Dreißigjährigen Krieg hatte Emmendingen schwere Verluste hinzunehmen, die Einwohnerzahl reduzierte sich von 500 auf ca. 100 Menschen. Das Wahrzeichen der Stadt, das Emmendinger Tor, wurde im frühen 17. Jh. errichtet und ist das letzte erhaltene Stadttor der Stadtbefestigung. 1706 wurde es in Barocker Form neu gestaltet, 1929 wurde es wegen des aufkommenden Autoverkehrs um die zweite Durchfahrt erweitert.

rfindergeist

Mit rund 15.000 Erfindungen im Jahr verbucht Baden-Württemberg rund ein Drittel aller Patentanmeldungen in ganz Deutschland. Der in Tumlingen geborene Erfinder Artur Fischer gilt mit seinen 1.121 ange-meldeten Patenten und Gebrauchsmustern als einer der erfolgreichsten Erfinder der Welt.

Unter Erzen versteht man metallhaltige Mineralien. Sie können verschiedene Metalle enthalten wie beispielsweise Eisen, Mangan oder Blei. Bereits die Kelten fanden auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald oberflächliches Eisenerz, aus denen sie in Rennöfen Roheisen gewannen. Im 19. Jh. wurden auf der Schwäbischen Alb im größeren Stil Eisenerze verhüttet.
Forschungsdrang

In Baden-Württemberg wird mehr in Forschung und Entwicklung investiert als in jeder anderen Region Europas. Und nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele Eliteuniversitäten.
.Freiburg i. B. Einwohner: ca. 224.191 (2010)

Freiburg erhielt im Jahre 1120 das Markt- und Stadtrecht. Im Jahre 1386 kauften sich die Bürger Freiburgs von den Freiburger Fürsten frei und stellten sich unter den Schutz der Habsburger. Noch im gleichen Jahr unterlagen die Österreicher in der Schlacht von Sempach, was die Auslöschung des Großteils des Freiburger Adels zur Folge hatte. Um 1200 wurde der Bau des heutigen Münsters veranlasst. Die Arbeiten zogen sich über Jahrhunderte hin. Die älteste Glocke der Kirche – mit Namen Hosanna – stammt aus dem Jahr 1258. Sie läutet freitags um 11 Uhr und wird deshalb auch Spätzlesglocke genannt – Zeit, das Spätzlewasser aufzusetzen.
Freudenstadt Einwohner: ca. 23.551 (2010)

Herzog Friedrich I. von Württemberg entwarf 1599 zusammen mit seinem Baumeister Heinrich Schickhardt eine Stadt, in der 3.500 Menschen Platz finden sollten. Grund hierfür war die Förderung des Bergbaus, vornehmlich des Silberabbaus, im umliegenden Christophtal. Bis zu seinem Tod 1608 schaffte Friedrich I. es, 200 Menschen in seiner Stadt anzusiedeln. Im weiteren Verlauf des 17. Jh. ging Freudenstadts Bevölkerung durch Pest, Feuer und den Dreißigjährigen Krieg auf ein Viertel zurück. 1899, anlässlich der Feier des 300-jährigen Bestehens der Stadt, wurde der 25 m hohe Friedrichsturm errichtet, von dem aus man eine schöne Sicht über Freudenstadt und das Umland genießen kann.

Die Wurzeln der Stadt reichen zurück bis ins 5. Jh. als die Alemannen das Dorf Alt-Buchhorn gründeten. Friedrichshafen selbst entstand erst 1811, als König Friedrich von Württemberg Buchhorn mit dem Dorf und Kloster Hofen zu „Stadt und Schloss Friedrichshafen“ vereinte. 1824 wurde das Schloss (ehemaliges Kloster Hofen) zur Sommerresidenz des württembergischen Königshauses umgebaut. Im Jahr 1900 stieg hier der erste Zeppelin auf, der in der Nähe von Friedrichshafen montiert wurde. Seit 1996 kann man im Zeppelin-Museum die weltgrößte Sammlung zu Geschichte und Technik der Zeppelin-Luftschifffahrt bestaunen. Hauptattraktion ist ein 33 m langer, begehbarer Teil des LZ 129 „Hindenburg“.
Furtwangen Einwohner: ca. 9.249 (2010)

Furtwangen hätte mit 2.470 Einwohnern und 730.000 Gulden Steuerkapital im Jahre 1841 schon wesentlich früher den Status einer Stadt haben können. Da das Dorf jedoch über kein Rathaus verfügte und die Gemeindeversammlungen immer noch im Wirtshaus abgehalten werden mussten, wurde Furtwangen erst 1873, nach dem Bau des Rathauses, von Großherzog Friedrich I. zur Stadt erhoben. 1850 wurde die Großherzoglich Badische Uhrmacherschule gegründet. Deren Rektor, Robert Gerwig, rief die Bevölkerung 1852 auf, alte Uhren als Muster abzugeben. So entstand die weltweit größte Sammlung an Schwarzwalduhren, die man sich heute noch im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen anschauen kann.
Gebirge

Im Westen des Landes erstreckt sich der Schwarzwald über 150 km vom Hochrhein im Süden bis zum Kraichgau im Norden. Die höchste Erhebung des Gebirges, der Feldberg, erreicht 1.493 m ü. NN. Im Osten erhebt sich die Schwäbische Alb, eine zerteilte Hochebene, die im Nordwesten steil abfällt und im Südosten sanft ins Alpenvorland übergeht. Ihr höchster Gipfel ist der Lemberg mit 1015 m ü. NN. Die Schwäbische Alb gehört zu den erdbebengefährdetsten Gebieten Deutschlands.
Genießerland

Wer kennt sie nicht, die schwäbischen Spätzle und den Schwarzwälder Schinken? Doch das ist nicht alles. Der kulinarische Reichtum Baden-Württembergs ist messbar. Mehr Michelin-Sterne oder Gault-Millau-Kochmützen hat kein anderes Bundesland. Und wo sonst hat man – mit Baden und Württemberg – gleich zwei erstklassige Wein-Anbaugebiete zur Auswahl?
Getreide

Vor etwa 10.000 Jahren begannen die Menschen im Nahen Osten erstmals gezielt Gräser anzubauen, deren Samen (Körner) man essen konnte. Je nach Region wurden unterschiedliche Getreidesorten angebaut und im Laufe der Jahrhunderte kultiviert. In Mitteleuropa war im Mittelalter der Roggen die bevorzugte Getreidesorte, da er winterfest war und auch auf mageren Böden gedieh. Auf den Ackerflächen Baden-Württembergs wird vorwiegend Weizen neben Sommer- und Wintergerste angebaut.
Handel

Im europäischen Mittelalter wurden die Güter des Nordens wie Getreide, Wolle und Pelze mit den Waren des Südens wie Salz, Öl und Wein gehandelt. Um den Warentransport zu sichern, schlossen sich Händler und Kaufleute auf den unsicheren Straßen Europas zu Handelsgesellschaften zusammen. Einer der bedeutendsten Zusammenschlüsse im Raum des heutigen Baden-Württemberg war die Große Ravensburger Handelsgesellschaft. Sie wurde im Jahr 1380 von Kaufmannsfamilien aus Ravensburg, Buchhorn und Konstanz gegründet und war bis zum Anfang des 16. Jh. eines der bedeutendsten Handelsunternehmen.
Handelstraße

Im Mittelalter bestanden in Mitteleuropa die großen Handelsstraßen, welche unterschiedliche Wirtschaftsräume miteinander verbanden, meist aus unbefestigten Wegen. Daher war es oft ein mühseliges Unterfangen für die Händler, ihre Waren von einem Ort zum anderen zu transportieren. Eine dieser alten Handelsstraßen in Baden-Württemberg war die Filsstraße, die entlang der heutigen B10 Stuttgart mit Ulm über Plochingen, Göppingen und Geislingen verband.
Heidelberg
Einwohner: ca. 147.312 (2010)

Im 14. Jh. wurde Heidelberg die Hauptstadt der Kurpfalz. 1386 wurde die Universität gegründet, nach Prag und Wien die dritte Hochschule im Heiligen Römischen Reich. Ein Vorgänger des Heidelberger Schlosses wurde im 13. Jh. errichtet. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Bauwerk weiter zur schlossähnlichen Festung ausgebaut. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss zweimal (1688 und 1693) komplett verwüstet. Die nach Sprengung der Türme und Mauern nunmehr unbewohnbare Ruine wurde erhalten, aber nie mehr vollständig aufgebaut.

Früheste Zeichen menschlichen Lebens im Gebiet der heutigen Stadt Heidenheim datieren 80.000 Jahre zurück. Eine kontinuierliche Besiedlung hat aber erst in der Spätbronzezeit um ca. 1300 v. Chr. eingesetzt. Die Gründung der Stadt Heidenheim ist eng verknüpft mit dem Bau der Burg Hellenstein. Sie entstand als Burgsiedlung und war in das Befestigungssystem der Wehranlage auf dem Schlossfelsen eingebunden. Die Stadtmauer wurde zwischen 1190 und 1420 abschnittsweise errichtet; die Anlage wurde von 4 Tortürmen und 6 Mauertürmen gesichert. Zwischen 1666 und 1670 wurde ein 78 m tiefer Brunnen ausgehoben, um die Wasserversorgung zu sichern. Er hieß „Kindlesbrunnen“, da in Heidenheim die Kinder der Sage nach nicht vom Storch gebracht, sondern hier herausgeholt wurden.
Heilbronn Einwohner: ca. 122.879 (2010)

Heilbronn entstand im Mittelalter aus einem fränkischen Königshof. Sein Name geht wohl auf eine Quelle in der Nähe der Siedlung zurück. Im Jahre 741 wird Heilbronn erstmals urkundlich erwähnt, die Stadtrechte wurden 1281 verliehen. Eine Sehenswürdigkeit der Stadt stellt die Kilianskirche dar, an deren Stelle im 8. Jh. eine Basilika stand, die dem heiligen Michael gewidmet war. Im 13. Jh. vollzog der Bischof von Würzburg einen Patroziniumswechsel von St. Michael zu St. Kilian, welcher im 7. Jh. vermutlich in der Gegend gewirkt hat. Der 1529 von Hans Schweiner fertig gestellte, 64 m hohe Westturm der Kirche gilt als das erste bedeutende Renaissancebauwerk nördlich der Alpen.
Holz

Ohne Holz hätten die Menschen wohl kaum überleben können. Seit der Erfindung des Feuers spendet es uns Wärme, hilft uns bei der Nahrungszubereitung und bietet uns Schutz. Holz ermöglichte uns viele bedeutende Erfindungen wie das Rad, die Töpferscheibe oder den Baukran und nur mit Hilfe der Energie des Holzes gelang es, Eisen aus Erzen zu schmelzen und Glas oder Ziegelsteine herzustellen. Ohne Holz hätte es keine Stradivari, keine Möbel und wohl auch kein industrielles Zeitalter gegeben. Dass Holz auch ein hervorragender Baustoff für Wohnhäuser ist, beweisen die alten Schwarzwaldhäuser. Einzelne, noch heute bewirtschaftete Höfe im Schwarzwald trotzen seit mehr als 400 Jahren großen Schneelasten und starken Winden.
Hügelland

Als Hügelland wird eine Landschaft mit sanften Erhebungen bezeichnet, die keine großen Höhenunterschiede zueinander haben. Eine typische Hügellandschaft in Baden-Württemberg ist der zwischen Odenwald und Schwarzwald gelegene Kraichgau mit sanften, bis zu 330 m hohen Hügeln.

Karlsruhe's Geschichte beginnt so richtig erst mit der Grundsteinlegung des neuen Residenzschlosses des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach im Jahre 1715. Der Legende nach hat Karl Wilhelm sich während der Jagd ausgeruht und in seinen Träumen die Stadt ersonnen – so entstand auch der Name. Karlsruhe ist eine Fächerstadt, von der 32 Straßen wegführen. Ursprünglich führten neun südlich ausgerichtete Alleen in das Stadtgebiet, die restlichen erschlossen das Jagdgebiet. Die Stadt wuchs durch großzügige Aufnahmebedingungen für Neubürger schnell an. Karlsruhe war Haupt- und Residenzstadt des ehemaligen Landes Baden.
Kirchheim unter Teck Einwohner: ca. 39.859 (2010)

Kirchheim unter Teck wird erstmals 960 urkundlich erwähnt. Ab 1060 nahmen die Herzöge von Zähringen Einfluss auf Kirchheim, später vor allem deren Seitenlinie, die Herzöge von Teck. Sie erhoben Kirchheim zwischen 1220 und 1230 zur Stadt. 1381 gelangte Kirchheim in den Besitz der Grafen von Württemberg, da die Herzöge von Teck durch ihren wirtschaftlichen Niedergang Stück für Stück ihres Besitzes verkaufen mussten. Unter Herzog Christoph von Württemberg wurde 1538 das Schloss als Teil der wehrhaften Landesfestung Kirchheim errichtet. Es diente bis ins 19. Jh. immer wieder als Wohnsitz für herzogliche Witwen.
Konstanz Einwohner: ca. 84.693 (2010)

Wie so oft im süddeutschen Raum waren auch in Konstanz die Kelten vermutlich die ersten Siedler. Um 300 n. Chr. wurde ein römisches Kastell errichtet, das 50 Jahre später zu Ehren des römischen Kaisers Constantius II. den Namen Constantia erhielt. 1414 – 1418 fand das Konzil von Konstanz statt, in dem die Einheit der katholischen Kirche wiederhergestellt wurde und in dessen Verlauf der Reformator Jan Hus auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Die Imperia am Konstanzer Hafen wurde 1993 errichtet, um satirisch an das Konzil zu erinnern. Die Statue stellt eine leicht bekleidete Frau dar, die zwei nackte Männer in ihren Händen hält, die mit den Insignien der weltlichen und geistlichen Macht geschmückt sind.
Kunstharz-Klebstoff

Der erste Kunstharz-Klebstoff stammt vom Apotheker August Fischer, der in Bad Buchau geboren wurde. Er klebte beinahe alle Materialien, die man im Jahr 1932 kannte, sogar den ersten großindustriell hergestellten Kunststoff. Somit war die Erfindung dieses Allesklebers eine kleine Revolution, denn man verwendete bis dahin meistens Knochenleim, der nur Papier und Pappe richtig gut verklebte. Der neue Klebstoff wurde sogar beim Bau der Inneneinrichtung des Zeppelins „Hindenburg“ verwendet. Benannt wurde der erste Kunstharz-Klebstoff übrigens, wie in der Papier- und Schreibwarenbranche üblich, nach einem Vogel – dem Uhu.

Lehm ist eine Mischung aus Sand, Feinsand und Ton. Seit etwa 9.000 Jahren dient er den Menschen als Baumaterial und noch heute leben fast zwei Drittel der Menschheit in Lehmhäusern. In Baden-Württemberg sind Lehmvorkommen weit verbreitet und im Mittelalter hatte fast jedes Dorf seine eigene Lehmgrube, in welcher der zum Bau von Fachwerkhäusern benötigte Lehm abgebaut wurde. Heute erlebt Lehm als ökologischer Baustoff eine Renaissance, da er auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit reguliert und für ein angenehmes Raumklima sorgt.

eutkirch Einwohner: ca. 21.902 (2010)

Leutkirch wird bereits 766 erstmals urkundlich erwähnt. Namensgebend für die damalige Marktsiedlung war die Leutkirche St. Martin, die bis heute noch das Stadtwappen ziert. Das Hauptgewerbe Leutkirchs war die Leinwandweberei und der Leinwandhandel. Um 1500 waren ungefähr 200 Weber in der Stadt, ihre Erzeugnisse wurden bis Spanien und Italien verkauft. Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind noch Teile erhalten, darunter der 1693 errichtete Pulverturm. Er diente, seinem Namen entsprechend, zur Lagerung von Schießpulver.

örrach Einwohner: ca. 48.380 (2010)

1102 wird Lörrach zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das Wahrzeichen der Stadt, die Burg Rötteln, wurde vermutlich schon im 11. Jh. erbaut. 1315 ging sie an die Markgrafen von Hohberg, die sie zu einer der mächtigsten Festungen Südwestdeutschlands ausbauten. Während des Bauernaufstands 1525 wurde sie geplündert und 1678 durch französische Truppen während der Erbfolgkriege Ludwigs XIV. zerstört. Im Museum am Burghof kann man heute noch Originalfunde der Burg besichtigen. Unter anderem geben Folterwerkzeuge, Gläser und eine Schachfigur Einblick in das Leben auf der Burg zwischen dem Hochmittelalter und dem 17. Jh.

udwigsburg Einwohner: ca. 87.735 (2010)

Ludwigsburg entstand mit dem Bau des Residenzschlosses um 1704. Sein Erbauer, Herzog Eberhard Ludwig plante dieses Schloss zunächst lediglich als Lustschloss zum Jagd- und Sommeraufenthalt. Es war zu dieser Zeit jedoch ein Zeichen der Macht, an ein Schloss sogleich eine Stadt anzugliedern. So lud der Herzog ab 1709 zur Ansiedlung ein, lockte mit 15 Jahren Steuerfreiheit und vergab Baumaterial umsonst. Der Stadtname lässt sich also von seinem Gründer ableiten. Als Blühendes Barock werden die um das Schloss liegenden Gärten bezeichnet, die anlässlich des 250-jährigen Jubiläums der Stadt und des Schlosses im Jahre 1954 völlig neu gestaltet wurden.

In einer Urkunde des Klosters Lorsch wird Mannheim im Jahre 766 erstmals erwähnt. Der Ortsname ist vermutlich auf eine Person namens Manno, einer Kurzform für Hartmann oder Hermann zurückzuführen. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Wasserturm, der bis ins Jahr 2000 das Herzstück der zentralen Trinkwasserversorgung darstellte. Er ist fast 60 m hoch und hat einen Durchmesser von 19 m. Mannheims Innenstadt verfügt über ein gitterförmiges Straßennetz und wird von vielen daher einfach nur die „Quadratstadt“ genannt. Statt Namen haben die Straßen dort Buchstaben und Zahlen, das Rathaus befindet sich beispielsweise in „E5“.
. Mosbach Einwohner: ca. 24.490 (2010)

Mosbach wird im 9. Jh. erstmals urkundlich erwähnt, 1241 bekam der Ort die Rechte einer Reichsstadt verliehen. Als die Pfalzgrafen Otto I. und Otto II. im 15. Jh. Mosbach zu ihrer Residenz machten, erlebte die Stadt ihre erste Blütezeit. Im 16. Jh. förderten die Handwerker die Stadt. Ihr Grundriss sowie viele der heute noch erhaltenen Fachwerkbauten stammen aus dieser Zeit. Eines der kleinsten freistehenden Fachwerkhäuser Deutschlands, das Haus Kickelhain, wurde 1788 errichtet und hat lediglich eine Grundfläche von 26 qm.
Offenburg Einwohner: ca. 59.215 (2010)

Der Ursprung der Stadt liegt vermutlich in einer Marktsiedlung, die schon vor 1100 entstanden ist. Das nahegelegene Schloss Ortenberg wird 1167 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. An der Spitze der Stadt standen um 1300 der Bürgermeister, ein „Alter Rat“, der die niedere und hohe Gerichtsbarkeit ausübte sowie ein „Junger Rat“, der aus Mitgliedern der Zünfte bestand und die Verwaltung übernahm. Der Rat wies den Zünften bestimmte Wohnviertel zu, was heute noch an vielen Straßennamen abzulesen ist, z. B. Gerberstraße oder Metzgerstraße.
Papiertaschentuch

1894 wurde in Göppingen das Patent für ein Taschentuch aus glyceringetränktem Papier eingetragen. Das Glycerin sorgte für eine gewisse Weichheit des Papiers. Sein Erfinder, der Papierfabrikant Gottlob Krum, sah den Vorteil aber vor allem in einer verbesserten Hygiene. Um die Verbreitung von Bakterien zu verringern, sollte ein einmal benutztes Papiertaschentuch verbrannt oder sonst wie unschädlich gemacht werden. Einen einmal benutzten Gegenstand gleich wieder wegzuwerfen kam bei den Schwaben damals allerdings nicht sehr gut an, weswegen die neue Erfindung es für die nächsten drei Jahrzehnte erst einmal nicht schaffte, das etablierte Stofftaschentuch zu verdrängen.

Pforzheim geht auf die römische Siedlung Portus an der römischen Heeresstraße zwischen Oberrhein und Neckar zurück. Im Mittelalter gab es zunächst nur die alte Stadt, die noch vor 1080 das Marktrecht erhalten hatte. Diese bekam bald Konkurrenz von einer neuen Siedlung, 800 m flussaufwärts gelegen. 1220 wurde Pforzheim die Residenz der badischen Markgrafen und die Neustadt gewann immer mehr an Bedeutung. Zu dieser Zeit wurde auch mit dem Bau der Schloss- und Stiftskirche St. Michael begonnen, deren Kirchenschiff 1270 vollendet wurde. 1767 gründete der Markgraf die Schmuck- und Uhrenindustrie in Pforzheim. Um 1800 gab es bereits 900 Fabriken. Weltweit stieg die Goldstadt damit zum bedeutendsten Produktionszentrum für Goldschmuck auf.
Phosphorzündholz

Die Geschichte des Streichholzes reicht bis ins China des 9. Jahrhunderts zurück. Damals wurden in Schwefel getränkte Holzspäne mit einem Zunderschwamm entzündet. Die Brenndauer war aber kurz und die Gefahr der Selbstentzündung sehr hoch. Diese Nachteile bestanden über die nächsten Jahrhunderte hinweg bei nahezu allen anderen Geräten zum Feuermachen, bis Jakob Friedrich Kammerer aus Ehningen schließlich 1832 das Phosphorzündholz erfand. Dieses ließ sich durch Reibung an jeder beliebigen rauen Oberfläche entzünden und stellt so den wahren Vorläufer des Sicherheitszündholzes dar.
Rastatt Einwohner: ca. 47.554 (2010)

Die Ortschaft Raststatt wurde im Jahr 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg fast vollständig vernichtet. Im Zuge des Wiederaufbaus der Siedlung wurde 1697 zunächst der Grundstein für ein Jagdschloss gelegt, das zwei Jahre später dann in die Residenz Schloss Rastatt umgebaut wurde. Ein Jahr danach erhielt Rastatt die Stadtrechte. Zwischen 1710 und 1730 wurde in Raststatt-Förch das Schloß Favorite erbaut. Bauherrin war die Markgräfin Sibylla Augusta von Baden, nach deren Willen das Schloß Favorite ein Lustschloss wurde, das der adligen Gesellschaft für Vergnügungen, Geselligkeit, Spiel und für die Jagd diente.
Ravensburg Einwohner: ca. 49.774 (2010)

Der Namensgeber von Ravensburg war die gleichnamige Burg der Welfen, die diese am Kreuzungspunkt wichtiger Handelswege anlegten. Im Jahr 1276 wurde Ravensburg Reichsstadt mit eigener Gerichtsbarkeit, Verwaltung sowie Münz-, Markt- und Zollrecht. In den folgenden 250 Jahren erlangte Ravensburg dank seiner erfolgreichen Kaufleute und Handwerker europaweite Bedeutung. Die in der Reichstadt erzeugten Waren wurden bis nach Italien, Frankreich, Spanien, Holland und Osteuropa vertrieben. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor Ravensburg an Bedeutung. Das Wahrzeichen von Ravensburg ist der Mehlsack, ein um 1425 erbauter Wehrturm.
Rechenmaschine

1623 wurde die erste Rechenmaschine von dem aus Herrenberg stammenden Wilhelm Schickard entworfen. Mit Hilfe dieser Maschine konnten erstmals alle vier Grundrechenarten mit sehr großen Zahlen durchgeführt werden. Schickard soll zwei dieser Maschinen angefertigt haben, eine für sich selbst, eine andere für Johannes Kepler, um die Berechnung von Planetenbahnen zu erleichtern. Beide Maschinen gingen jedoch verloren, sodass nur die Konstruktionszeichnungen erhalten blieben. 1960 wurde auf Basis dieser Zeichnungen eine funktionierende Rechenmaschine in Tübingen rekonstruiert.
Reutlingen Einwohner: ca. 112.484 (2010)

In der ersten Hälfte des 13. Jh. wurde die Siedlung Reutlingen von Kaiser Friedrich II zur Stadt erhoben und mit einer Stadtmauer befestigt. In den folgenden Jahren verliehen die deutschen Kaiser der Stadt an Rande der Schwäbischen Alb immer mehr Rechte, bis Reutlingen schließlich als freie Reichsstadt relativ unabhängig von den umliegenden Herrschaftsgebieten wurde. Im Jahr 1570 widmeten die Reutlinger dem deutschen Kaiser Maximilian einen Brunnen auf dem Marktplatz. Vielleicht war es die Ehrung durch den Maximilianbrunnen, die den Kaiser wenige Jahre später die reichsstädtische Verfassung der Reutlinger bestätigen ließ. Im Jahr 1726 wurde Reutlingen von einem Stadtbrand heimgesucht, der 80% der Wohnhäuser zerstörte.
Rottweil Einwohner: ca. 25.659 (2010)

Rottweil wurde von den Römern bereits im Jahr 73 n. Chr. gegründet. Damit ist Rottweil, das die Römer Area Flavia nannten, die älteste Stadt Baden-Württembergs. Nach den Wirren der Völkerwanderungszeit wird im 8. Jh. der an der Stelle der ehemaligen Römerstadt befindliche Königshof „Rotuvilla“ erstmals urkundlich erwähnt. Zwei Kilometer entfernt wurde später das hochmittelalterliche Rottweil gegründet. Das Rottweiler-Denkmal ist der gleichnamigen Hunderasse gewidmet, deren Vertreter als typische Begleitung der Viehherden aus Rottweil dienten.
Schwäbisch Gmünd Einwohner: ca. 59.654 (2010)

Schwäbisch Gmünd erhielt im 12. Jh. das Stadtrecht und später auch den Status einer freien Reichsstadt. Im Spätmittelalter florierte der Zwischenhandel mit Tuchen und Weinen und bescherte den Bürgern Wohlstand. In der Mitte des 18. Jh. erlebte die Stadt eine kulturelle Blüte. Da Schwäbisch Gmünd im Zweiten Weltkrieg unzerstört blieb, kann man auch heute noch die prunkvolle Ausstattung der Kirchen und Patrizierhäuser bewundern, die der Stadt ihr spätbarockes Flair verleihen. Das Heiligkreuzmünster ist die erste große Hallenkirche im süddeutschen Raum.

Schwäbisch Hall verdankt seine Entstehung einer ergiebigen Salzquelle. Schon die Kelten siedelten in ihrer Nähe und produzierten mit Hilfe von Salinen das weiße Gold. Auch im Mittelalter wurde die Salzquelle genutzt und im Jahr 1204 wurde die ihr benachbarte Siedlung erstmals als Stadt bezeichnet. Die Salinen und eine Münzprägestätte bescherten Schwäbisch Hall Bedeutung und Wohlstand und später auch den Status einer Reichsstadt. Das Wahrzeichen der Stadt am Kocher ist die spätgotische Hallenkirche St. Michael.

gmaringen Einwohner: ca. 16.252 (2010)

Im Jahr 1250 wurde die Stadt Sigmaringen zu Füßen einer frühmittelalterlichen Burganlage gegründet. Zwischen 1460 und 1500 wurde die Burg zu einem Schloss ausgebaut. Das Schloss Sigmaringen ist seit 1535 der Stammsitz der Fürsten Hohenzollern-Sigmaringen. Zwischen 1576 und 1850 war Sigmaringen die Hauptstadt des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen. Als Folge der Revolution in Sigmaringen im Jahr 1848 fiel das Fürstentum zwei Jahre später an Preußen.

ndelfingen Einwohner: ca. 60.445 (2010)

Um 1100 wurde die romanische Martinskirche in der Nähe des Dorfes Sindelfingen als Mittelpunkt eines Chorherrenstifts gebaut. Sie zählt zu den ältesten Kirchen Baden-Württembergs. Im Jahr 1263 entstand auf Grund gräflicher Rivalität als Reaktion auf die Gründung der angrenzenden Stadt Böblingen die Stadt Sindelfingen. Die Rivalität der Grafen übertrug sich in den folgenden Jahrhunderten auf die beiden Nachbarstädte. Zu Beginn des 20. Jh. wandelte sich Sindelfingen zu einer bedeutenden Industriestadt.

ngen Einwohner: ca. 45.826 (2010)

Obwohl Singen bereits 787 urkundlich erwähnt wird, spielte der Ort im Mittelalter keine große Rolle. Noch im Jahr 1825 zählte die Siedlung am Vulkankegel Hohentwiel keine 1.000 Einwohner. Erst als sich Singen im 19. Jh. infolge der Industrialisierung stark vergrößerte, wurden ihr 1899 die Stadtrechte zugesprochen. Die Festung Hohentwiel gilt als die größte Burgruine Deutschlands.

Sinsheim wird im Lorscher Codex erstmals 770 als „Sunnisheim“ erwähnt. Im Jahr 1192 verlieh der deutsche Kaiser Sinsheim die Stadtrechte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Sinsheim niedergebrannt und fast entvölkert. Nur langsam erholte sich das Städtchen im Herzen des Kraichgaus von den Zerstörungen. Heute ist die Stadt vor allem durch sein Auto- und Technikmuseum bekannt, in dem auf einer Fläche von ca. sieben Fußballfeldern mehr als 3.000 Exponate ausgestellt sind.
Spaghettieis

Die Idee, die zur Erfindung des Spaghettieises führte, kam dem italienischstämmigen Mannheimer Dario Fontanella während eines Skiurlaubes. Als er das Dessert MontBlanc genoss, purierte Maronen mit Schlagsahne, fiel ihm auf, dass dieses eine ungewöhnlich luftige, leichte Konsistenz hatte. Die Wirtin verriet ihm, die Maronenmasse durch eine Spätzlepresse gedrückt zu haben. Zurück in Mannheim versucht Fontanella das gleiche mit Vanilleeis, wobei seinem Vater auffiel, dass es wie Spaghetti aussähe. Sie gossen Erdbeerpüree darüber um die Tomatensoße zu imitieren und verfeinerten es mit Kokosflocken, die wie Parmesan aussahen. Laut Fontanella weinten einige Kinder anfangs, da sie dachten, Nudeln mit Tomatensoße zu bekommen. Das Spaghettieis wurde zuerst 1969 kreiert und feierte danach den Einzug in viele Speisekarten weltweit.
Stuttgart Einwohner: ca. 606.588 (2010)

Stuttgart wurde in der ersten Hälfte des 13. Jh. gegründet. Seinen Namen bekam die Stadt von einem Gestüt, das ein schwäbischer Herzog um 950 nahe der späteren Stadt angelegt haben soll. Die späteren württembergischen Herzöge bauten die zum Schutz des Gestüts angelegte Burganlage zu einem Renaissance-Schloss, dem heutigen Alten Schloss, aus. Das moderne Wahrzeichen Stuttgarts ist der von 1954 bis 1955 erbaute, 216,61 m hohe Fernsehturm. Er war weltweit der erste Fernsehturm, der in Stahlbeton-Bauweise errichtet wurde. Heute leben in der Stadtregion von Stuttgart 2,63 Millionen Einwohner. Damit ist die Hauptstadt Baden-Württembergs nach dem Ruhrgebiet und Berlin die drittgrößte Stadtregion Deutschlands.
Straßenbau

Im ersten Jahrhundert n. Chr. eroberten die Römer weite Teile des heutigen Baden-Württemberg. Sie sicherten das Gebiet mit Kastellen, gründeten Städte und bauten Straßen. Römische Straßen waren mit Steinen gepflastert und besaßen eine Qualität, die in Baden-Württemberg bis ins 19. Jh. nicht mehr erreicht wurde. Bis ins Mittelalter hinein wurden die Straßen des ehemaligen römischen Gebietes genutzt, wurden aber selten ausgebessert und verfielen zusehends. Erst mit der Auflösung der deutschen Kleinstaaten durch Napoleon wurden auch in Baden und Württemberg neue und bessere Straßen gebaut.
Tragbares Telefon

Hätten Sie gedacht, dass das erste tragbare Telefon bereits 1885 konstruiert wurde? Wenn man berücksichtigt, dass es in jener Zeit überwiegend noch Telegrafen gab und Telefone nur einem sehr kleinen Kreis vorbehalten waren, verwundert es nicht, dass dieses Mobiltelefon in Bezug auf Größe oder Handlichkeit nichts mit denen von heute gemeinsam hatte. Schlimmer noch, das erste tragbare Telefon musste sogar auf den Rücken geschnallt werden. Sein Erfinder, Wilhelm Emil Fein aus Ludwigsburg, hat unter anderem auch die erste elektrische Handbohrmaschine und den ersten elektrischen Feuermelder erfunden.
.Tübingen Einwohner: ca. 88.358 (2010)

Bildung hat in Tübingen Tradition. So entstand in der Stadt am Neckar schon um 1300 eine Lateinschule und im Jahr 1477 eine der ältesten deutschen Universitäten, die Eberhard Karls Universität. Im Wintersemester 2010/2011 waren ca. 25.500 Studenten immatrikuliert, die somit mehr als ein Viertel der Einwohner ausmachten. Ein Wahrzeichen der Stadt ist der auf einem Sockel der mittelalterlichen Stadtmauer erbaute Hölderlinturm. Im ersten Stock des Turms lebte und arbeitete der Dichter Friedrich Hölderlin von 1807 bis zu seinem Tode im Jahr 1843.
Tuttlingen Einwohner: ca. 34.282 (2010)

Tuttlingen erhielt um 1250 das Stadtrecht und gehörte spätestens seit 1476 zu Württemberg. Die um 1470 erbaute Festung Burg Honberg diente im Dreißigjährigen Krieg als Ausgangspunkt für militärische Unternehmungen, bis sie im Jahr 1643 zerstört wurde und seither als Ruine über der Stadt thront. Im Jahr 1803 brannte Tuttlingen fast vollständig ab. Der Wiederaufbau mit rechtwinklig angelegten Straßen und quadratischen Häuserblocks machte Tuttlingen zu einer der modernsten württembergischen Städte jener Zeit.
Umweltbewußtsein

Baden-Württemberg ist Pionier und treibende Kraft bei der Nutzung der Solarenergie: Weltweit führende Solarunternehmen sowie die solarfreundlichste Stadt (Ulm) befinden sich hier.

Die Königspfalz Ulm wird urkundlich erstmals im Jahr 854 erwähnt. Im Jahre 1377 wurde der Grundstein für den Bau des Ulmer Münsters gelegt. Die Fertigstellung der Kirche sollte mehrmals unterbrochen werden und über 500 Jahre dauern. Erst im Jahre 1890 wurde auch der Hauptturm fertig gestellt, der mit einer Höhe von 161,53 m der höchste Kirchturm der Welt ist. Der berühmteste Sohn Ulms, Albert Einstein, bedachte seine Geburtsstadt mit den folgenden Worten: „Die Stadt der Geburt hängt dem Leben als etwas ebenso Einzigartiges an wie die Herkunft von der leiblichen Mutter. Auch der Geburtsstadt verdanken wir einen Teil unseres Wesens. So gedenke ich Ulm in Dankbarkeit, da es edle künstlerische Tradition mit schlichter und gesunder Wesensart verbindet.“
Wald

Die Fläche Baden Württembergs ist zu 2/5 mit Wäldern bedeckt. Damit ist Baden-Württemberg eines der waldreichsten Länder Deutschlands. Das war nicht immer so. Zu Beginn der Neuzeit, als der Baustoff Holz der Motor der Volkswirtschaft in Mitteleuropa war, litten die Wälder schwer unter nicht nachhaltigen Rodungen und ihrer intensiven Nutzung für die Viehernährung.
Waldshut-Tiengen Einwohner: ca. 22.859 (2010)

Im Jahr 1975 wurden Waldshut und Tiengen/Hochrhein mit der Gemeinde Gutweil zur Stadt Waldshut-Tiengen vereint. Die beiden der Schweiz benachbarten Städte besitzen eine bewegte Vergangenheit. So feiern die Waldshuter jährlich die Chilbi, ein Volksfest zum Gedenken an die erfolgreich überstandene Belagerung der Stadt durch 16.000 Eidgenossen im Jahr 1468. Weniger Glück hatte die Stadt Tiengen, die im zweiten Schweizer Krieg 1499 gründlich zerstört wurde. Eines der wenigen Bauwerke, die die Zerstörung überstanden, ist der um das Jahr 1300 erbaute Storchenturm. Das Wahrzeichen des Stadtteils Waldshut ist das Obere Tor.
Weideland

Im Jahr 2007 waren in Baden-Württemberg knapp 2/5 der landwirtschaftlich genutzten Flächen Wiesen und Weiden, die auch als Grünland bezeichnet werden. Die Pflanzen des Grünlands dienen Rindern und Schafen als Futter.

Die Burg Wertheim ist eine der größten Steinburgen Deutschlands. Nach dem Bau der ersten Burganlage im 12. Jh. wurde sie bis zu den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg ständig aus- und umgebaut. Zu Füßen der Burg entwickelte sich die gleichnamige Siedlung Wertheim, die schon im Jahr 1244 als Stadt galt. Lange Zeit war der Ort an der Taubermündung in den Main der Mittelpunkt der Grafschaft Wertheim, bis sie im Jahr 1806 an das Großherzogtum Baden angeschlossen wurde.
Wolle

Im Jahr 2001 gab es in Baden-Württemberg ca. 300.000 Schafe. Früher diente das Schaf hauptsächlich der Wollerzeugung. Heute lohnt sich das nicht mehr. Die meisten Schafe werden zur Fleisch- oder Milcherzeugung und zur Erhaltung und Pflege von extensiven Grünlandflächen eingesetzt, so zum Beispiel an den steilen Hängen der Schwäbischen Alb.
Zeppelin

Der Zeppelin ist ein Starrluftschiff und wurde nach seinem Erbauer Ferdinand Graf von Zeppelin aus Konstanz benannt, der 1898 die „Gesellschaft zur Förderung der Luftschifffahrt“ mit 800.000 Mark Startkapitel gründete. Der Erfolg des Zeppelins war so groß, dass viele Leute es bald als Synonym für Starrluftschiff verwendeten. Der erste Zeppelin startete 1900, war 128 m lang, hatte 11,65 m Durchmesser und wurde von zwei 14,2-PS-Motoren angetrieben. 1928 erreichte die Zeppelin-Luftfahrt mit der Erstellung des 127ten Zeppelins, des LZ127 oder auch „Graf Zeppelin“ genannt, seinen Höhepunkt. 1929 wurde mit diesem Luftschiff zum ersten Mal die Erde umrundet. In Friedrichshafen werden auch heute noch halbstarre Zeppeline Neuer Technologie (NT) hergestellt.
Zündkerze

1902 hatte der erste Ingenieur der Firma Bosch, Gottlob Honold aus Langenau, den zündenden Einfall: Er entwickelte eine Hochspannungs-Magnetzündung, mit der man das verdichtete Kraftstoff-Luft-Gemisch im Brennraum des Zylinders eines schnell laufenden Benzinmotors zünden konnte. Die Zündung zählte zu einem der schwierigsten Anfangsprobleme des Automobils im späten 19ten Jh., laut Carl Benz war es das „Problem der Probleme“. Autofahrer wünschten einander damals noch keine „Gute Fahrt“, sondern eine „Gute Zündung“. So kam die Erfindung der Hochspannungs-Magnetzündung genau zum richtigen Zeitpunkt; die Firma Bosch setzte seit 1902 ca. 10 Milliarden dieser Zündkerzen ab.