M/S Master - Prozessor SPL - Kostenlose Bedienungsanleitung
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| Produkttyp | Analoger M/S-Kodierungsprozessor |
| Marke | SPL |
| Modell | M/S Master |
| Abmessungen (B x H x T) | 482 x 88 x 320 mm |
| Gewicht | 3,6 kg |
| Stromversorgung | 230 V AC / 115 V AC (umschaltbar), 50/60 Hz |
| Leistungsaufnahme | 9,1 W (230 V) / 5,6 W (115 V) |
| Eingangsimpedanz | 20 kOhm symmetrisch / 10 kOhm unsymmetrisch |
| Ausgangsimpedanz | 150 Ohm symmetrisch / 75 Ohm unsymmetrisch |
| Max. Eingangspegel | +20 dBu |
| Max. Ausgangspegel | +20 dBu |
| Frequenzbereich (-3 dB) | 10 Hz – 100 kHz |
| Klirrfaktor (THD) | 0,007 % (bei 1 kHz, 0 dBu, Verstärkung 1) |
| Fremdspannungsabstand | -82 dB (A-bewertet) |
| Dynamikumfang | 102 dB |
| Anschlüsse | XLR (symmetrisch) |
| Funktionen | M/S-Kodierung, MID/SIDE Inserts, Balance, Level, Stereo Width, Filter, Float, VU/PPM-Meter |
| Reinigung | Mit trockenem Tuch, keine Lösungsmittel |
| Sicherheit | Gerät nicht öffnen, Netzstecker bei Gewitter ziehen |
| Reparatur | Nur durch qualifizierte Fachkräfte |
| WEEE-Registrierung | 973 349 88 |
Häufig gestellte Fragen - M/S Master SPL
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BEDIENUNGSANLEITUNG M/S Master SPL
Entwickler: Wolfgang Neumann
Dieses Handbuch enthält eine Beschreibung des Produkts, jedoch keine Garantien für bestimmte Eigenschaften oder Einsatzerfolge. Maßgebend ist, soweit nicht anders vereinbart, der technische Stand zum Zeitpunkt der gemeinsamen Auslieferung von Produkt und Bedienungs anleitung durch die SPL electronics GmbH.
Konstruktion und Schaltungstechnik unterliegen ständiger Weiterentwicklung und Verbesserung. Technische Änderungen bleiben vorbehalten.
Dieses Handbuch ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte bleiben vorbehalten. Das Kopieren, Vervielfältigen, Übersetzen oder Umsetzen in irgendein elektronisches Medium oder in maschinell lesbare Form im Ganzen oder in Teilen ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der SPL electronics GmbH gestattet.
SPL electronics GmbH
Sohlweg 80
41372 Niederkrüchten
Fon (0 21 63) 98 34 0
Fax (0 21 63) 98 34 20
E-Mail: info@spl.info
Internet: spl.info
Die Konformität dieses Geräts zu den EU-Richtlinien wird durch das CE-Zeichen auf dem Gerät bestätigt. Die Konformitätserklärung kann unter der oben angegebenen Adresse eingesehen werden.

Hinweise zum Umweltschutz
Am Ende seiner Nutzungsdauer darf dieses Gerät nicht mit dem normalen Hausmüll entsorgt werden. Geben Sie es stattdessen an einer Sammelstelle für Elektro- und Elektronikschrott ab. Die entsprechenden Symbole dafür stehen auf dem Gerät, auf der Verpackung und in der Bedienungsanleitung. Entsprechend ihrer Kennzeichnung können die eingesetzten Materialien wiederverwendet werden. Leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt, indem Sie die Wiederverwendung, das Recycling von Rohstoffen oder andere Arten von Altgeräte-Recycling ermöglichen. Weitere Informationen über Ihre zuständige Abfallbeseitungsstelle erhalten Sie bei Ihrer örtlichen Verwaltung.

WEEE-Registrierung: 973 349 88
© 2012 SPL electronics GmbH. Alle Rechte, technische Änderungen und Druckfehler vorbehalten. Alle genannten Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber.

Symbole und Hinweise 4
Lieferumfang & Verpackung 4
Wichtige Sicherheitshinweise 4
Inbetriebnahme 5
Aufstellung 5
Einleitung 6
M/S-Stereofonie 6
M/S-Mastering, M/S Master, Anwendungsbeispiele 7
Rückseite 8
Anschlussdiagramm 8
Signalanschluss, Ein- und Ausgangselektronik, MID INSERT, SIDE INSERT 9
XLR-Buchsen 10
Symmetrische Verbindungen, Unsymmetrische Verbindungen (Cinch, Mono-Klinke) 10
Netzspannungsanschluss und Sicherung 10
Spannungswahlschalter (VOLTAGE), Ein-/Aus-Schalter (POWER), GND Lift 11
Bedienung 11
Übersicht 11
ACTIVE 11
Ausgangseinstellung 12
Bedienelemente 12
BALANCE 12
MID: INSERT, MID: MUTE, LEVEL 13
OUTPUT, VU-Anzeigen, PPM, M/S 16
-10dB, ACTIVE 17
Arbeit mit externen Prozessoren 18
Kompressor 18
Equalizer 19
Technische Daten 20
Kopiervorlage Einstellungen 21
Symbole und Hinweise

DAS BLITZSYMBOL IN EINEM DREIECK WARNT SIE IN DIESER ANLEITUNG VOR DER GEFAHR EINES GEFÄHRLICHEN ELEKTRISCHEN SCHLAGES – DAS GILT FÜR DAS INNERE DES GERÄTS AUCH NOCH EINIGE ZEIT NACH TRENNUNG DES GERÄTS VON DER STROMVERSORGUNG.

DAS AUSRUFEZEICHEN IM DREIECK MACHT SIE IN DIESER ANLEITUNG DARAUF AUFMERKSAM, DASS AN DIESER STELLE WICHTIGE BETRIEBS- UND WARNHINWEISE AUFGEFÜHRT SIND. LESEN SIE DIESE HINWEISE BESONDERS AUFMERKSAM UND FOLGEN SIE DEN HINWEISEN UNTER ALLEN UMSTÄNDEN.

Das Symbol der einzuschaltenden Lampe lenkt Ihre Aufmerksamkeit auf Erklärungen wichtiger Funktionen oder Anwendungen.
Achtung: Führen Sie keine Änderungen an diesem Gerät ohne Genehmigung der SPL electronics GmbH durch. Andernfalls können Sie Garantie-, Gewährleistungs- und Produktunterstützungsansprüche verlieren.
Lieferumfang & Verpackung
Der Lieferumfang umfasst den Frontliner, das Netzkabel, die Garantiekarte und diese Anleitung.
Bitte bewahren Sie die Originalverpackung auf. Sie können damit das Gerät jederzeit selbst sicher transportieren. Sollte das Gerät einmal gewartet werden müssen, ist mit der Originalverpackung ein transportsicherer Versand gewährleistet.
Wichtige Sicherheitshinweise

Bewahren Sie diese Anleitung bitte auf. Lesen und befolgen Sie alle Sicherheits- und Betriebsanleitungen vor der Gerätebenutzung aufmerksam. Befolgen Sie alle auf dem Gerät angebrachten und in dieser Anleitung vermerkten Warn- und Sicherheitshinweise.
Anschlüsse: Verwenden Sie nur beschriebene Anschlüsse. Andere Anschlüsse können zu Gefahren und Schäden führen.
Wasser und Feuchtigkeit: Verwenden Sie dieses Gerät nicht in Wassernähe, z. B. neben einem Waschbecken oder einer Badewanne, in einem feuchten Keller, neben Schwimmbecken usw. Es besteht die Gefahr sehr gefährlicher Stromschläge!
Eindringen von Fremdkörpern und Flüssigkeiten: Stecken Sie niemals irgendwelche Fremdkörper durch die Gehäuseöffnungen in das Gerät. Sie können mit gefährlichen Spannungen in Kontakt geraten oder einen Kurzschluss auslösen. Schütten sie niemals Flüssigkeiten jeglicher Art auf das Gerät. In allen Fällen besteht die Gefahr von Geräteschäden, Feuer oder gefährlichen Stromschlägen!
Gerät öffnen: Öffnen Sie das Gerät nicht, weil es dadurch beschädigt werden kann und auch nach Trennung von der Stromversorgung die Gefahr eines Stromschlags besteht.
Stromversorgung: Betreiben Sie das Gerät nur an Spannungsquellen, die auf dem Gerät angegeben sind. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihren Händler oder Ihren Stromversorger. Trennen Sie das Gerät von der Stromversorgung, wenn es längere Zeit nicht verwendet wird. Ziehen Sie den Netzstecker aus der Steckdose, um das Gerät von der Stromversorgung zu trennen. Stellen Sie daher sicher, dass der Netzstecker immer zugänglich ist.
Netzkabelschutz: Verlegen Sie Netzkabel stets unter Ausschluss der Gefahr von Kabelquetschungen. Treten Sie daher auch nicht auf das Kabel und legen Sie keine Gegenstände darauf ab. Vermeiden Sie die elektrische Überlastung von Wandsteckdosen, Verlängerungskabeln oder Mehrfachsteckdosen Beachten Sie die Herstellerhinweise. Bei Überlastung besteht Feuergefahr und das Risiko von Stromschlägen.
Blitz: Ziehen Sie vor einem Gewitter den Netzstecker aus der Steckdose (jedoch niemals während eines Gewitters – Lebensgefahr!). Verfahren Sie ebenso mit verbundenen Geräten und ziehen Sie auch ggf. über eine Gerätekette verbundene Antennen-, Telefon- oder Computernetzkabel aus den Anschlussdosen, um das Gerät vor Blitz- oder Überspannungsschäden zu schützen.
Luftzirkulation: Schlitze im Gehäuse dienen der Belüftung, um das Gerät vor Überhitzung zu schützen. Bedecken oder versperren Sie diese Öffnungen niemals. Stellen Sie das Gerät niemals auf eine weiche Unterlage (Teppich, Sofa, Decke o. ä.). Sehen Sie als Abstand zu anderen Geräten sowie bei Schrank- oder Rack-Einbau rundum ca. 4-5 cm Abstand vor.
Regler/Schalter: Betätigen Sie nur Regler und Schalter, die in der Bedienungsanleitung beschrieben werden. Die fehlerhafte Einstellung anderer Regelelemente kann zur Beschädigung führen und Reparaturaufwand nach sich ziehen. Betätigen Sie Schalter und Regler niemals gewaltsam.
Reparaturen: Ziehen Sie den Netzstecker aus der Steckdose und lassen Sie nur von qualifizierten Fachkräften eine Reparatur durchführen, wenn Flüssigkeiten, Regen, Wasser oder Fremdkörper in das Gerät gelangt sind, das Gerät heruntergefallen oder auf andere Weise beschädigt worden ist oder das Gerät trotz Beachtung aller Anleitungen nicht normal funktioniert bzw. Veränderungen in der Leistung aufweist.
Schalten Sie vorab die Sicherung des betreffenden Stromkreises ab, falls das Netzkabel oder der Netzstecker beschädigt ist. Ziehen Sie erst dann den Netzstecker.
Ersatzteile: Stellen Sie sicher, dass Servicetechniker Original-Ersatzteile oder Teile mit denselben Spezifikationen wie die Originalteile verwenden. Falsch spezifizierter Ersatz kann Feuer, elektrischen Schlag oder andere Gefahren sowie Folgeschäden verursachen.
Sicherheitsprüfung: Bitten Sie Servicetechniker stets darum, eine Sicherheitsprüfung vorzunehmen, damit der einwandfreie Betriebszustand des Gerätes gewährleistet ist.
Reinigung: Verwenden Sie zur Reinigung keine Lösemittel, damit die Gehäuseoberfläche nicht beschädigt wird. Benutzen Sie ein sauberes, trockenes Tuch, eventuell mit ein wenig säurefreiem Reinigungsöl getränkt. Trennen Sie das Gerät vor der Reinigung von der Stromversorgung.
Inbetriebnahme
Stellen Sie vor dem Anschluss des Geräts an die Stromversorgung sicher, dass die Position des rückseitigen Spannungswahlschalters der Spannung Ihrer lokalen Stromversorgung entspricht (230V/50 Hz = 220-240 V, 115V/60 Hz = 110-120 Volt). Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihren Händler, einen qualifizierten Elektriker oder an das örtliche Elektrizitätswerk.
Vor dem Anschließen an die Stromversorgung und an weitere Geräte sind das Gerät und alle daran anzuschließenden Geräte auszuschalten. Ebenso ist das Gerät vor jeder Änderung der Verkabelung stets auszuschalten. Befolgen Sie alle Sicherheitshinweise ab Seite 5 und lesen Sie die weiteren Informationen zu Verkabelung und Anschlüssen ab Seite 8, bevor Sie das Gerät anschließen und einschalten.
Aufstellung
Platzieren Sie das Gerät ausschließlich auf einer festen, ebenen und geraden Unterlage. Das Gehäuse des Geräts ist weitgehend gegen elektromagnetische und hochfrequente Einstreuungen geschützt. Dennoch ist Sorgfalt bei der Wahl des Aufstellplatzes angebracht, um nachteilige Effekte durch eventuell einfallende Störsignale oder -potentiale auszuschließen. Stellen Sie das Gerät weder in der Nähe von Störquellen wie Transformatoren und Motoren oder hochspannungsführenden Leitungen und Geräten noch unmittelbar über oder unter Endstufen und digitalen Prozessoren auf. Stellen Sie das Gerät nicht an einem Platz mit direkter Sonneneinstrahlung oder nahe einer Heizung auf. Vermeiden Sie allgemein die Einwirkung von Vibrationen, Rauch, Staub oder Schmutz, Hitze oder Kälte. Sorgen sie stets für ausreichende Luftzirkulation: halten Sie seitlich und nach oben einen Abstand von 4-5 cm zu anderen Geräten ein.


M/S-Stereofonie
Unsere Fähigkeit zur Bestimmung der Richtung und Entfernung einer Schallquelle ist die Voraussetzung für räumliches Hören. Das Gehör vermag dabei Pegeldifferenzen und Laufzeitunterschiede von Ohr zu Ohr sehr genau zu erkennen und für die Lokalisation eines Schallereignisses zu nutzen. Während bei tieferen Frequenzen bis ca. 1500 Hz hauptsächlich die Zeitdifferenzen analysiert werden, bestimmt oberhalb von ca. 1500 Hz vorherrschend die Pegeldifferenz die Lokalisation.
Unser natürliches Hörvermögen bietet somit hervorragende Voraussetzungen, auch künstlich hervorgerufene Schallereignisse mit räumlichen Eindrücken zu versehen. Bei allen Unzulänglichkeiten und Unterschieden der Lautsprecher- oder Kopfhörer-Wiedergabe reicht bereits die Kodierung der Signale in mindestens zwei Kanälen, damit Pegel- und Laufzeitdifferenzen zwischen den Wiedergabekanälen den Eindruck räumlichen Hörens erwecken können. Diese Tonaufzeichnung und -wiedergabe einschließlich räumlicher Information wird als Stereofonie bezeichnet (griech. stereos = u. a. räumlich). Das sich ergebende Stereo-Klangbild ist das Panorama. Über die zweikanalige Stereofonie hinaus gehen verschiedene Formate mehrkanaliger Stereofonie – das verbreitete Verständnis von „Stereo“ als zweikanalige Aufzeichnung und Wiedergabe trifft daher nicht zu.
Ebenso wenig zutreffend ist die Vorstellung, die Kodierung der Audiosignale eines Stereopanoramas erfolge immer in einen rechten und linken Kanal. Wir haben linke und rechte Ohren und alle zweikanaligen Speicher- und Wiedergabesysteme folgen ebenfalls dem Links-/Rechts-Format, daher ist die allgemeine Vorstellung davon geprägt. Es ist aber keineswegs so, dass auch alle Aufnahmen dementsprechend mit jeweils einem Mikrofon für den linken und rechten Kanal gemacht werden. Die wichtigsten Mikrofonierungstechniken sind vielmehr darin zu unterscheiden, ob sie auf Pegel- oder Laufzeitdifferenzen beruhen. Wegen jeweiliger, auch situationsbezogener Vor- und Nachteile werden die Verfahren oft kombiniert und im Produktionsprozess für die L/R-Wiedergabe kodiert.
Während bei der Mikrofonierung mehrere Verfahren in Frage kommen, ist bei der stereofonen Signalverarbeitung in der Produktion nur eine Alternative zur L/R-Kodierung gebräuchlich: das M/S-Format. M/S steht dabei für „Mitte/Seite“, die Signale werden also nicht von links nach rechts, sondern von der Mitte nach außen aufgeteilt.
Das M/S-Format kann bereits bei der Mikrofonierung Anwendung finden: Zwei Mikrofone mit unterschiedlicher Charakteristik (Niere und Acht) nehmen jeweils Direkt- und Raumanteile auf. Vollkommen unabhängig von der Mikrofonierungstechnik kann es aber auch als alternative Stereo-Kodierung genutzt werden – es muss also nicht im M/S-Verfahren mikrofoniert werden, um später in der Signalverarbeitung (z. B. im Mastering) eine M/S-Kodierung vornehmen zu können. Vielmehr kann durch Summen- und Differenzbildung aus der L/R-Kodierung eine M/S-Kodierung gebildet werden:
Das Mittensignal (M) enthält nach der Summierung von L und R die Monoinformation der L/R-Kodierung. Das Seitensignal wird ebenfalls aus L und R gebildet, zuvor wird aber die Polarität des rechten Kanals umgekehrt. Die gegenphasige Zusammenführung beider Kanäle löscht die Monoinformation – übrig bleibt die Differenz aus L und R, also das Seitensignal. In einer ausführlicheren Schreibweise wird die Formel deutlicher: M = L + R , S = L + (-R) , wobei das Minuszeichen für die Phasendrehung steht.
Durch erneute Summen- und Differenzbildung wird aus der M/S-Kodierung wieder eine L/R-Kodierung gebildet:
Aus den Summen- und Differenzbildungen ergibt sich schon rechnerisch, dass die Formatwandlungen von L/R über M/S zu L/R verlustlos sind – ein wichtiger Aspekt für die Anwendung der M/S-Kodierung in der Audiosignalbearbeitung.

Die M/S-Kodierung findet auch Anwendung im Rundfunk als UKW-Sendeformat. Das MittenSignal wird dabei mit höherer Energie gesendet. Bei schlechten Empfangsbedingungen kann ein Stereoempfänger auf Mono schalten, so dass die Hauptinformation immer noch sicher übertragen wird. Ein Monoempfänger dagegen erhält unter allen Umständen ein monokompatibles Signal.
Ebenso vorteilhaft ist die M/S-Kodierung bei der „Joint-Stereo“-Datenreduktion im MP3-Format. Sofern keine oder nur wenig Information im Seitensignal vorhanden ist, kann die Reduktionsrate erheblich höher ausfallen als bei der L/R-Kodierung.
In der Tonproduktion schließlich bietet die M/S-Kodierung die höchste Sicherheit, wenn es um Monokompatibilität geht. Die Überwachung und ggf. Herstellung ausreichender Monokompatibilität ist bei M/S-kodierten Signalen denkbar einfach: die Reduktion des Seitensignalanteils erhöht bei der M/S-Kodierung den Monoanteil.
M/S-Mastering
Die Bildung eines Mitten- und eines Seitensignals bietet gegenüber der L/R-Aufteilung den Vorteil, in vielen Fällen musikalisch sinnvoll eingreifen zu können.
Energiereiche, elementare Mittensignale (Stimme, Snare, Bässe ...) können Sie nun sauber von räumlichen Seitensignalen (Gitarren, Flächen, Becken ...) trennen. Bei der Mastering-Arbeit am Summensignal ist die M/S-Kodierung oft der beste Weg, gezielt Zugriff auf einzelne Elemente einer Mischung zu erhalten.
Am M/S Master können Sie die Mitten-Balance bei Bedarf direkt korrigieren, ebenso können Sie die Tiefenstaffelung und Transparenz des Seitensignals verbessern. Über die Einschleifwege können Sie aber auch externe Filter- und Effektgeräte wie Kompressoren, EQs oder De-Esser gezielter einsetzen: Die Bearbeitung direkter Elemente wie der Stimme gelingt, ohne Raumanteile zu beeinflussen – die Zischlautentfernung bei einer Stimme etwa beeinflusst nicht die Becken. Umgekehrt kann z. B. die Stereobasis vergrößert werden, ohne monophone Anteile anzutasten. Ganz zu schweigen von den fantastischen Möglichkeiten zur gezielten Bearbeitung von Hallräumen, welche erst die M/S-Kodierung eröffnet.
M/S Master
• Analoges Werkzeug für die M/S-Kodierung
• M/S-Mischungsverhältnisse aktiv regeln
- Externe Prozessoren komfortabel einbinden
- Outboard per Tastendruck auf M/S- oder L/R-Bearbeitung schalten
- Mehrere VU-Meter-Modi nutzen
- Tiefen-Frequenzfilter im Seitenpfad einsetzen
- Mit FLOAT-Funktion zusätzliche Option für Monokompatibilität nutzen
Anwendungsbeispiele
- Stereobasisbreite nach der Mischung bzw. beim Mastering ändern
- Zu hohe Hallanteile wirksam reduzieren, ohne Brillanz einzubüßen
- Rhythmuselemente, Flächen-Sounds und weitere, außen platzierte Elemente unabhängig von Lead-Sounds bearbeiten – und umgekehrt
- Zu matt klingende Instrumente gezielt mit dem EQ nachbearbeiten
- Punktuelle Dynamik-Korrekturen für vorlaute Anteile
- Dynamikreduktion im Seitenpfad ohne Einfluss auf Transienten der Drums


flowchart
graph TD
A["External Prozessoren (z. B. Equalizer, Reverb ...)"] -->|SIDE INSERT| B["Mischpult, Steckfeld, DAW/Wandler"]
A -->|AUSGANG L/R| C["Mischpult, Steckfeld, DAW/Wandler"]
A -->|MID INSERT| D["External Prozessoren (Kompressor, DeEsser ...)"]
E["Pinbelegung XLR-Eingangsbuchsen: 1=Masse, 2=heiß (+), 3=kalt (-)"] --> F["PRüfen Sie die korrekte Einstellung des Spannungswahlschalters entsprechend der lokalen Stromversorgung."]
Signalanschluss
Schalten Sie vor dem ersten Anschluss und bei allen weiteren Kabelanschlussarbeiten das Gerät und alle daran anzuschließenden Geräte aus. Andernfalls besteht die Gefahr von Gehör- und Geräteschäden.
Ein- und Ausgangselektronik
Die Ein- und Ausgangselektronik des M/S Masters weist zwei Besonderheiten auf:
- Überbrückungsschaltungen halten auch bei Geräte- oder Stromausfällen den Signalfluss aufrecht (Hard Bypass).
- An die INSERT-Buchsen angeschlossene externe Prozessoren können ohne Änderung der Verkabelung nach wie vor für L/R-Stereobearbeitungen genutzt werden.
Die Überbrückungs- und Insert-Schaltungen basieren auf hochwertigen Relais. Die Kontaktflächen sind für hohe Leitfähigkeit vergoldet und gekapselt, um atmosphärische oder klimatische Einflüsse auszuschließen.
Die Stromausfallsicherheit durch Überbrückungsschaltungen ist nur unter zwei Voraussetzungen gewährleistet:
- Beim Einzelbetrieb des M/S Masters ohne externe Prozessoren müssen die Insert-Buchsen mit XLR-Patch-Kabeln gebrückt werden.
- Im Verbund mit eingeschleiften Prozessoren können externe Geräte den Signalfluss unterbrechen, sofern sie nicht über Relais-Hard-Bypass verfügen (siehe auch nächster Abschnitt).
Sowohl der MID- als auch der SIDE-Kanal verfügen über Einschleifpunkte (Inserts), um externe Prozessoren für die Bearbeitung des jeweiligen Kanals einzubinden. Der Ausgang des Inserts (INSERT SEND) sendet das Signal zum empfangenden Prozessor. Das bearbeitete Signal wird über den Eingang des Inserts (INSERT RETURN) zurückgeführt.
WICHTIG: Sofern keine Prozessoren eingeschleift sind, sollten die Inserts durch XLR-Patch-Kabel überbrückt werden. Andernfalls wird der Signafluss in zwei Fällen unterbrochen: Wenn ACTIVE deaktiviert wird oder die INSERT-Schalter in der MID- und SIDE-Sektion aktiviert sind (siehe auch vorheriger Abschnitt, Hinweis zu den Voraussetzungen für die Stromausfallsicherheit). Verwenden Sie möglichst kurze Kabel.
Sie können einen oder mehrere Prozessoren einschleifen, je nach Bedarf natürlich auch über ein Steckfeld (Patchbay).
Die Verkabelung muss nicht mehr geändert werden, um eingeschleifte Prozessoren weiterhin für L/R-Stereobearbeitungen zu verwenden.
Deaktivieren Sie den ACTIVE-Schalter auf der Front oder schalten Sie den M/S Master ab, damit Sie die Geräte wie üblich nutzen können. Ein Stereo-Eingangssignal wird dann nicht in das M/S-Format kodiert, sondern direkt an die Prozessoren weitergegeben.
Bei aktivierten MID INSERT- und SIDE INSERT-Schaltern fällt der VU-Anzeigenwert erheblich ab, wenn Sie den ACTIVE-Schalter deaktivieren. Sind die INSERT-Schalter nicht gedrückt, bleibt die VU-Anzeige aktiv. Dieser Umstand betrifft alle VU-Anzeige-Modi und ist in der komplexen Relais-Schaltung für Ein- und Ausgänge, Einschleifpunkte und L/R- bzw. M/S-Kodierungen begründet. Da die beschriebene Schalterstellung keiner Arbeitsfunktion entspricht, kann dieses Verhalten vernachlässigt werden.



XLR-Buchsen
Alle Signalanschlüsse erfolgen über symmetrische beschaltete XLR-Buchsen. Eingänge sind immer weiblich und nehmen männliche Stecker auf, umgekehrt sind Ausgänge immer männlich. Alles in allem ein nachvollziehbares Prinzip.
Symmetrische Verbindungen
Es ist unmöglich, ein einzelnes Signal mit Sicherheit störungsfrei zu übertragen, da Abschirmungen nur gegen elektrische, aber nicht gegen elektromagnetische Wechselfelder wirken. Motoren, Transformatoren oder wechselstromführende Leitungen können immer Störungen induzieren. Aber selbst wenn die Übertragung gelänge, würden Unterschiede bei den Masse-Wechselpotentialen zwischen Sender und Empfänger Störungen erzeugen. Bei symmetrischen Verbindungen wird neben dem Audio-Signal zusätzlich ein identisches Referenzsignal mit umgekehrter Polarität übertragen. Neben diesen positiven und negativen Signalleitungen wird über einen dritten Leiter das Massesignal geführt und so vom Signal getrennt. Ein- und Ausgänge einer symmetrischen Verbindungen arbeiten als Sender und Empfänger, wobei der Empfänger durch eine Differenzbildung aus Nutz- und Referenzsignal die Störeinflüsse eliminieren kann.
Unsymmetrische Verbindungen (Cinch, Mono-Klinke)
Unsymmetrische Verbindungen von und zu Cinch- oder Mono-Klinkenbuchsen sind ohne Adapter möglich. Wichtig ist die korrekte Polung der drei XLR-Leiter. Die Abbildung zeigt die Pinbelegung aller XLR-Buchsen sowie die korrekte Polung für eine Verbindung bei unsymmetrischer Verkabelung:
Eingang Ausgang
symmetrisch unsymmetrisch


1=GND 2=heiss (+) 3=kalt (-)
symmetrisch unsymmetrisch


Verbindungen zu Cinch-Buchsen sind immer unsymmetrisch, Verbindungen zu Klinkenbuchsen können sowohl symmetrisch (dreipolige Klinke/Stereo) als auch unsymmetrisch (zweipolige Klinke/Mono) sein. Wir empfehlen die Verwendung individuell konfigurierter Kabel von XLR auf Cinch/Klinke, um auf Adapter verzichten zu können. Diese sind im Fachhandel erhältlich. Anhand der oben abgebildeten XLR-Pinbelegungsgrafik kann der Fachhändler sicherstellen, das richtig konfigurierte Kabel zur Verfügung zu stellen.
Netzspannungsanschluss und Sicherung
Schließen Sie das mitgelieferte, dreipolige Kaltgeräte-Netzkabel an die dreipolige Standard-IEC-Anschlussbuchse an. Transformator, Stromkabel und Kaltgerätebuchse entsprechen den VDE-, UL- und CSA-Bestimmungen.
Die Stromsicherung (träge) ist von außen zugänglich: sie befindet sich hinter der Klappe rechts von der Netzbuchse und hat einen Wert von 315 mA (230 V) bzw. 630 mA (115 V).

Spannungswahlschalter (VOLTAGE)
Mit dem Spannungswahlschalter passen Sie das Netzteil der jeweiligen Spannung an, die lokal zur Verfügung steht.
WICHTIG: Stellen Sie vor dem Anschluss des M/S Masters an das Stromversorgungsnetz sicher, dass die Position des rückseitigen Spannungswahlschalters der Spannung Ihrer lokalen Stromversorgung entspricht (230 V/50 Hz oder 115 V/60 Hz).
Ein-/Aus-Schalter (POWER)
Mit dem rückseitigen POWER-Schalter schalten Sie das Gerät ein oder aus. Die VU-Meter auf der Frontseite leuchten, wenn das Gerät eingeschaltet ist – unabhängig von der Stellung des ACTIVE-Schalters. Sie erfüllen damit auch die Aufgabe der Betriebsanzeige.
GND Lift
Mit dem GND Lift-Schalter können Brummschleifen behoben werden, indem bei gedrücktem Schalter die interne Masse von der Gehäusemasse getrennt wird. Brummschleifen können beispielsweise auftreten, wenn der M/S Master an Geräte mit einem anderen Erdpotential angeschlossen wird. Im Normalfall ist der Schalter daher deaktiviert, damit die Abschirmwirkung des Gehäuses erhalten bleibt.



Die Bedienelemente auf der Frontseite des M/S Master sind in drei Sektionen aufgeteilt: MID, SIDE und OUTPUT/VU-Anzeigen.
- In der MID-Sektion regeln Sie die Balance des Mittensignals im Stereopanorama und dessen Pegel.
- In der SIDE-Sektion legen Sie die Stereobasis fest und wenden Filter- sowie verschiedene Schalterfunktionen an.
- In der OUTPUT/VU-Sektion schließlich regeln Sie den Ausgangspegel, überwachen die VU-Anzeigen und schalten u. a. mit dem ACTIVE-Schalter den gesamten M/S Master einschließlich Inserts zu oder ab.
ACTIVE
Mit dem ACTIVE-Schalter aktivieren oder deaktivieren Sie die Bearbeitungselektronik des M/S Masters. Bei Deaktivierung werden die Eingangssignale direkt auf die Ausgänge geleitet.
Der ACTIVE-Schalter hat zwei maßgebliche Aufgaben:
- A/B-Vergleich zwischen bearbeitetem und unbearbeitetem Material
- Umschalten zwischen M/S- und A/B-Stereo-Bearbeitung einschließlich externer Prozessoren ohne Änderung der Verkabelung
Beachten Sie wichtige Hinweise dazu unter „Ein- und Ausgangselektronik“ und „MID INSERT, SIDE INSERT“ auf Seite 9.
ACTIVE

Ausgangseinstellung
Da mit Sicherheit verschiedene Produktionen unterschiedliche Mischverhältnisse usw. aufweisen, können keine allgemein gültigen Bearbeitungseinstellungen empfohlen werden. Die Ausgangseinstellung entspricht dem Ergebnis einer passiven M/S-Kodierung ohne Bearbeitung: L/R-Stereo wird als M/S-Stereo kodiert, aber es findet keine weitere Beeinflussung durch die Regelfunktionen des M/S Master statt.
Von dieser Einstellung ausgehend lernen Sie die einzelnen Regel- und Schaltfunktionen am besten kennen:
MID/BALANCE: o (12-Uhr-Position)
MID/INSERT und MUTE: AUS
SIDE/FILTER: o (12-Uhr-Position)
SIDE/alle Schalter: AUS
SIDE/STEREO WIDTH: 1 (fast 15-Uhr-Position)
OUTPUT: o (fast 15-Uhr-Position)
VU-Schalter: alle AUS
ACTIVE: EIN
Wenn Sie nun mit ACTIVE die Bearbeitung zu- oder abschalten, hören Sie keinen nennenswerten Unterschied. Hier fängt der Spaß erst wirklich an: Das ursprüngliche L/R-Signal liegt M/S-kodiert vor und kann nun mit den Bordmitteln des M/S Masters sowie externen Prozessoren bearbeitet werden.
Beachten Sie in diesem Zusammenhang: Im M/S Master kommen durchgängig sehr hochwertige Potentiometer zum Einsatz (TYP RK 27 oder „Big Blue“ von ALPS). Doch selbst diese Potentiometer können noch geringe Wertungenauigkeiten aufweisen. Abweichungen von den skalierten Werten sind daher nicht völlig auszuschließen, so dass für einen perfekten 1:1-Vergleich gegenüber den oben angegebenen Werten geringe Toleranzen ggf. ausgeregelt werden müssten. Der reine 1:1-Vergleich zwischen L/R- und M/S-Kodierung ist aber nicht der Zweck des M/S Masters. Es geht vielmehr um die individuelle Bearbeitung des Materials, wobei geringe Abweichungen von den skalierten Ausgangspunkten nicht ins Gewicht fallen. In der Bearbeitung können Sie jederzeit durch den Einsatz geeigneter Messgeräte auch messtechnische Präzision sicherstellen (Korrelationsgradmesser etc). Entsprechend haben wir Bauteilqualität und Produktionsaufwand im Interesse eines sinnvollen Preis-/Leistungsverhältnisses abgewogen.
Bedienelemente
MID-Sektion

BALANCE
Mit dem BALANCE-Regler positionieren Sie das Mittensignal im Stereopanorama. Das aus L+R zusammengesetzte Mittensignal kann mit diesem Richtungsmischer stufenlos von ganz links nach ganz rechts im Panorama verschoben werden. Praxisüblich ist eine maximale L- oder R-Position natürlich nicht: übliche Regelwerte liegen bei +/- 1, sehr hohe Werte um maximal 3. Die Maximalwerte dienen eher akustischen oder Lautsprechertests, etwa um zu prüfen, ob beide Seiten gleich klingen.
Generell bieten sich zwei Messinstrumente an, um die Mitten-Balance zu prüfen:
- Die VU-Meter des M/S Master. Wenn im L/R-Anzeigemodus ein Kanal kontinuierlich mehrere Pegel aufweist, besteht vermutlich Regelbedarf.
- Ein Korrelationsgradmesser (bzw. Omnimeter). Stellen Sie den BALANCE-Regler so ein, dass der Korrelationsgradmesser eine genaue Mittenpositionierung anzeigt.

MID: INSERT
Mit diesem INSERT-Schalter aktivieren Sie den Einschleifpunkt für den Mittenkanal. An die rückseitigen Insert-Buchsen können sie alle Monogeräte bzw. einen Kanal eines Stereogerätes anschließen. Sobald Sie den INSERT-Schalter gedrückt haben, werden angeschlossene Geräte in die M/S-Bearbeitung einbezogen. Um die Geräte unabhängig vom M/S Master und für Mono- oder L/R-Stereo-Bearbeitungen zu nutzen, deaktivieren Sie den ACTIVE-Schalter des M/S Master.
Beachten Sie wichtige Hinweise dazu unter „Ein- und Ausgangselektronik“ und „MID INSERT, SIDE INSERT“ auf Seite 9 sowie „ACTIVE“ auf Seite 11. Zur Arbeit mit externen Prozessoren erhalten Sie weitere Informationen unter „Arbeiten mit externen Prozessoren“ ab Seite 18.
MID: MUTE
Der MUTE-Schalter schaltet das Mittensignal stumm (engl. mute = stumm). In der SIDE-Sektion befindet sich ebenfalls ein MUTE-Schalter. Indem Sie den einen oder anderen Kanal akustisch isolieren, lenken Sie Ihre Konzentration auf das Wesentliche und gewinnen sofort einen intensiven Eindruck von seiner Beschaffenheit. Proportionen neu hergestellter Mischverhältnisse erkennen Sie jetzt genau, eventuelle Übertreibungen fallen deutlicher auf. Die gezielte Bearbeitung ist erheblich einfacher; die unerlässliche Kontrolle vorgenommener Arbeiten aufschlussreich.
LEVEL
Mit dem LEVEL-Regler legen Sie den Pegel des Mittensignals im Verhältnis zum Seitensignal fest. Die Ausgangsposition ist der Rechtsanschlag. Je weiter Sie den Regler nach links drehen, desto geringer wird der Pegel. Im Linksanschlag ist kein Mittensignal mehr zu hören.
Im Zusammenhang mi dem STEREO WIDTH-Regler in der SIDE-Sektion bestimmen Sie so die Mischverhältnisse beider Kanäle. Die gegenseitige Abhängigkeit dieser beiden Regler ist von elementarer Bedeutung für die Arbeit mit ihnen. So ist im Einzelfall immer abzuwägen, ob Wertverringerung an der einen oder Werterhöhung an der anderen Stelle die geeignetere Maßnahme ist. Ein Beispiel: Um die Stereoweite zu vergrößern, ohne die Monokompatibilität zu verringern, empfiehlt sich eine Erhöhung des STEREO WIDTH-Wertes in den positiven Bereich. Eine Beibehaltung des STEREO WIDTH-Wertes bei Verringerung des LEVEL-Wertes für das (Mono-) Mittensignal verringert dagegen auch die Monokompatibilität.
Typische Anwendungsfälle sind Betonungen oder Abschwächungen mittiger Elemente. Dabei kann der Aspekt der Vorn-/Hinten-Lokalisation (Position der Stimme in der Mischung) oder eher das Verhältnis mittiger und seitlicher Signale zueinander im Zentrum des Interesses stehen. Im letzten Fall bieten die LEVEL- und STEREO WIDTH-Regler wie oben beschrieben optimale Voraussetzungen für feinfühlige Einstellungen. Im ersten Fall, der Positionierung, ist es interessant zu wissen, dass die Vorn-/Hinten-Lokalisation entscheidend von monauralen, hochfrequenten Unterschieden beeinflusst wird, die durch die Ohrmuschel geprägt werden.
Von vorn eintreffende Schallanteile oberhalb 1,5 kHz werden verstärkt von der Ohrmuschel reflektiert und sorgen so für eine positive Richtwirkung. Hieraus ergibt sich ein weiterer Ansatz für die Bearbeitung des Mittensignals, wenn die Positionierung beeinflusst werden soll: Bearbeiten Sie die betreffenden Frequenzbereiche mit einem Equalizer im MID-INSERT. Die Intensivierung der Signalpräsenz durch Anhebung im Bereich oberhalb 1,5 bis 2 kHz bringt interessanterweise nur einen geringen Gesamtpegelzuwachs mit sich.
Ein häufiger Korrekturbedarf entsteht auch durch dynamische Unterschiede im Verlauf des Materials. So treten gern beim Gesang im Übergang von der Strophe zum Refrain Pegelunterschiede auf. Hier muss entsprechend dynamisch eingegriffen werden. Die hohe Qualität der Potentiometer kommt auch im perfekt abgestimmten Drehmoment zum Ausdruck – dynamische Regelungen profitieren damit von hoher Bediensicherheit.
Mid
INSERTMUTE

Mid
INSERTMUTE



Side
Der -/+ -Regler ist der einzige Effektregler im eigentlichen Sinne am M/S Master. Es handelt sich um ein Filter zur Anhebung oder Absenkung von Bass- und Mittenanteilen im Seitensignal mit Kuhschwanz-Charakteristik (bzw. „Baxandall“- oder „Shelf/Shelving“-Filter). Dabei wird ab einer Eckfrequenz der davorliegende Frequenzbereich gleichmäßig angehoben. Mit dem benachbarten LOW RANGE-Schalter sind zwei Eckfrequenzen schaltbar, um den Frequenzbereich festzulegen, der bearbeitet werden soll (siehe nächster Abschnitt „LOW RANGE“).
Der Bass- und Mittenbereich bis ca 2 kHz hat ganz wesentliche Bedeutung für die Lokalisation, daher ist das Filter auf die Bearbeitung dieses Frequenzbereichs ausgelegt. Wie eingangs erwähnt, bestimmt im Bereich bis 1,5 kHz hauptsächlich die Auswertung der Zeitdifferenzen das Lokalisationsergebnis. Wie jedes Frequenzfilter verändert auch der +/- Filter die Phase des Signals, was einen Zeitversatz erzeugt. Aus zunehmender Regelungsintensität resultieren daher auch zunehmende Einflüsse auf die Wahrnehmung des Stereopanoramas entsprechend der Skalierung (Verringerung nach links, Intensivierung nach rechts). Die gezielte Filterung des Bass- und Mittenanteils erweitert die Korrektur- und Gestaltungsmöglichkeiten mit den Bordmitteln des M/S Master um ein entscheidendes Element. Sicher gehen die Möglichkeiten der frequenzselektiven Bearbeitung eines EQs im Side-Insert viel weiter. Aber die -/+-Regelung stellt als klangfärbende Komponente eine gute, ergänzende Alternative zum STEREO WIDTH-Regler dar – und ihre kombinierte Anwendung deckt bereits eine effektive Bandbreite von feinfühligen bis weitreichenden Eingriffen ab.
LOW RANGE
Mit dem Schalter LOW RANGE bestimmen Sie die Eckfrequenz des -/+-Filters. Wenn Sie den Schalter drücken, liegt die Eckfrequenz bei 800 Hz. Sie bearbeiten nun den Bass- und Grundtonbereich mit dem -/+-Regler. Bei deaktiviertem LOW RANGE-Schalter liegt die Eckfrequenz bei 2,2 kHz. Jetzt bezieht das -/+-Filter alle Frequenzen unterhalb 2.2 kHz in die Bearbeitung ein.
FILTER OFF
Mit diesem Schalter deaktivieren Sie den -/+-Filter. Jetzt besteht die Möglichkeit der puristischen Bearbeitung des Seitensignals, da es ausschließlich auf den Ursprungsanteilen aus der L/R-Kodierung beruht. Die hier vorgegebene Mischung des L/R-Panoramas, Hallanteilen usw. kann unbeeinflusst beurteilt und ggf. bearbeitet werden.
FLOAT OFF
Mit FLOAT ist ein aus L und R bestehender Signalanteil bezeichnet, der dem Seitensignal zugemischt wird. Zusätzlich zum L/R-Signal, das für die M/S-Kodierung herangezogen wird, wird ein pegelreduzierter Teil der L- und R-Informationen in das Seitensignal geführt – also parallel zur Kodierung und nicht addiert. Der Anteil beläuft sich maximal auf ca. 10%.
Die Zumischung des FLOAT-Anteils hat zwei hervorragende Vorteile:
- Die Verringerung der Gefahr, in negative Korrelationsverhältnisse zu geraten.
- Je weniger Substanz das Seitensignal hat, desto einfacher und sicherer ist dessen Bearbeitung mit FLOAT-Anteil.
Zu 1: Selbst große Stereoweiteneinstellungen bleiben monokompatibel. FLOAT erweitert hier die mögliche Regelbandbreite, ein Kompromiss zwischen Monokompatibilität und Stereoweite ist leichter festzulegen.
Zu 2. Besteht das originale Seitensignal im Wesentlichen aus Hallanteilen oder Flächen-Sounds, wird die Bearbeitung oft sehr schwierig. Die Gefahr zu intensiver Regeleinstellungen ist immer hoch, da Unterschiede akustisch oft schwer auszumachen sind. Der FLOAT-Anteil bietet hier die nötige akustische Orientierung an – und sei es nur für die Phase der Bearbeitung. Der FLOAT-Anteil kann schließlich jederzeit abgeschaltet werden – z. B. nach Optimierung der Einstellungen.
Drücken Sie also den Schalter FLOAT OFF, um 1:1 das reine M/S-Seitensignal zu erhalten.
SIDE: INSERT
Mit diesem INSERT-Schalter aktivieren Sie den Einschleifpunkt für den Seitenkanal. An die rückseitigen Insert-Buchsen können sie alle Monogeräte bzw. einen Kanal eines Stereogerätes anschließen. Sobald Sie den INSERT-Schalter gedrückt haben, werden angeschlossene Geräte in die M/S-Bearbeitung einbezogen. Um die Geräte unabhängig vom M/S Master und für Mono- oder L/R-Stereo-Bearbeitungen zu nutzen, deaktivieren Sie den ACTIVE-Schalter des M/S Master.
Beachten Sie wichtige Hinweise dazu unter „Ein- und Ausgangselektronik“ und „MID INSERT, SIDE INSERT“ auf Seite 9 sowie „ACTIVE“ auf Seite 11.
Zur Arbeit mit externen Prozessoren erhalten Sie weitere Informationen unter „Arbeiten mit externen Prozessoren“ ab Seite 18.
SIDE: MUTE
Der MUTE-Schalter schaltet das Seitensignal stumm (engl. mute = stumm). In der MID-Sektion befindet sich ebenfalls ein MUTE-Schalter. Indem Sie den einen oder anderen Kanal akustisch isolieren, lenken Sie Ihre Konzentration auf das Wesentliche und gewinnen sofort einen intensiven Eindruck von seiner Beschaffenheit. Proportionen neu hergestellter Mischverhältnisse erkennen Sie jetzt genau, eventuelle Übertreibungen fallen deutlicher auf. Die gezielte Bearbeitung ist erheblich einfacher; die unerlässliche Kontrolle vorgenommener Arbeiten aufschlussreich.
STEREO WIDTH
Mit dem STEREO WIDTH-Regler verändern Sie den Pegel des Seitensignals im Verhältnis zum Mittensignal. In der Reglerstellung 1 (ca. 14-Uhr-Position) findet keine Veränderung statt und das Signal wird 1:1 wiedergegeben. Wenn Sie den Regler von hier aus nach rechts drehen, verstärken Sie das Seitensignal. Im Rechtsanschlag (Reglerstellung 2) ist eine Überbreite von 200 % erreicht. Wenn Sie den Regler nach links drehen, verringern Sie das Seitensignal. Im Linksanschlag ist das Seitensignal stumm gestellt.
Die Regelung mit STEREO WIDTH sollte immer im Zusammenhang mit dem -/+-Filter und dem LEVEL-Regler in der MID-Sektion vorgenommen werden. Die gegenseitige Abhängigkeit dieser Regler ist von elementarer Bedeutung für die Arbeit mit ihnen. So ist im Einzelfall immer abzuwägen, ob Wertverringerung an der einen oder Werterhöhung an der anderen Stelle die geeignetere Maßnahme ist. Ein Beispiel: Um die Stereoweite zu vergrößern, ohne die Monokompatibilität zu verringern, empfiehlt sich eine Erhöhung des STEREO WIDTH-Wertes in den positiven Bereich. Eine Beibehaltung des STEREO WIDTH-Wertes bei Verringerung des LEVEL-Wertes für das (Mono-) Mittensignal verringert dagegen auch die Monokompatibilität.
Das Zusammenspiel mit dem-/+-Filter ist vereinfachend mit einer Grob- und Feineinstellung zu umschreiben: Ist die Stereobreite wie gewünscht eingestellt, können Sie mit dem-/+-Filter oft noch im Detail nachlegen. Beachten Sie aber stets den entscheidenden Unterschied, dass der-/+-Filter auch klangliche Färbungen ermöglicht. Lesen Sie weitere wichtige Hinweise im Abschnitt „-/+ FILTER“ auf Seite 14.
Typische Anwendungsfälle für Eingriffe mit dem STEREO WIDTH-Regler sind zu wenig Raumanteil, etwa in Studioaufnahmen, oder zu viel Raumanteil, z. B. bei Aufnahmen in einer Kirche mit Nachhallzeiten von 5 Sekunden. Die M/S-Kodierung hilft insbesondere bei Problemen, die in L/R-Kodierung extrem knifflig bis unlösbar sein können: Sprachübertragungen bei Veranstaltungen können spielend leicht isoliert werden, um die Verständlichkeit trotz ungünstiger Einflüsse in Sälen, Hallen und Stadien zu erhöhen.
Side
LOW FILTER FLOAT RANGE OFFMUTOFF INSERT

Side
LOW FILTER FLOAT RANGE OFFMUTEFF INSERT


Mit dem OUTPUT-Regler können Sie das Ausgangssignal um bis zu -16 dB dämpfen oder nochmals um +4 dB verstärken, um nachfolgende Geräte optimal ansteuern zu können. Der jeweils eingestellte Ausgangspegel wird im PPM-Modus des VU-Meters dargestellt. Bevor eine Bearbeitung vorgenommen wird, sollte der OUTPUT-Regler zunächst auf o (14/15-Uhr-Position) gestellt werden. Zur Einstellung des Mitten- und Seitensignals können dann die von der Output-Regelung unbeeinflussten Werte auf der VU-Anzeige abgelesen werden.
VU-Anzeigen
Die VU-Anzeigen (VU = Volume Unit) messen den Ausgangspegel. Der Anzeigenbereich reicht von -20dB bis +5dB. Pegeländerungen, die Sie durch Eingriffe mit den M/S Master-Reglern hervorrufen, zeigt das VU-Meter an. Die VU-Anzeigen können in zwei Betriebsmodi genutzt werden: L/R-Anzeigemodus und M/S-Anzeigemodus. Damit können alle Pegelzustände angezeigt werden, die bei der Arbeit mit dem M/S Master relevant sind - einschließlich der Pegelveränderungen, die über externe Geräte hervorgerufen werden können. Genaue Informationen erhalten Sie mit den folgenden Beschreibungen der Schalter „PPM“, M/S“ und „-10dB“.
PPM
Mit dem VU/PPM-Schalter können Sie die Anzeigencharakteristik vom VU-Modus auf den PPM-Modus umschalten. Der VU-Modus zeigt Durchschnittspegel an und gibt daher Aufschluss über die gesamte Lautheit oder Energie des Signals.
Der PPM-Modus (PPM = Peak Program Meter) zeigt Spitzenpegel an und entspricht damit Anzeigen an AD-Wandlern. Dort ist der Spitzenwert von Interesse, damit der Wandler nicht übersteuert wird und hörbar verzerrt. Es kann bisweilen Sinn machen, im PPM-Modus den -10dB-Schalter zu aktivieren, um den Anzeigenbereich zu erweitern.
M/S
Mit dem M/S-Schalter wechseln Sie von der Anzeige des L/R-Ausgangspegels (M/S-Schalter nicht gedrückt) zur Anzeige der M/S-Pegel (M/S-Schalter gedrückt).
Die VU-Anzeigen sind jeweils mit „LEFT“ und „RIGHT“ für den rechten und linken Kanal beschriftet (links oberhalb der Anzeigen). Wenn Sie den M/S-Anzeigemodus wählen, gilt die Kennzeichnung „MID“ für das Mittensignal und „SIDE“ für das Seitensignal rechts unterhalb der Anzeigen.
Im L/R-Anzeigemodus sehen Sie Ausgangspegel hinter dem Ausgangsregler; es werden also alle Änderungen angezeigt, die Sie mit den M/S Master-Reglern hervorrufen – einschließlich OUTPUT-Regler.
Im M/S-Anzeigemodus wird jeweils das Ausgangssignal des Mitten- und Seitenkanals angezeigt. Sie sehen genau, wie sich Ihre Bearbeitungen auf die Pegelverhältnisse in der M/S-Kodierung auswirken, Bearbeitungen über eingeschleifte externe Geräte eingeschlossen. Mit dem OUTPUT-Regler hervorgerufene Änderungen werden im M/S-Anzeigemodus nicht angezeigt – zur Kontrolle des L/R-Ausgangspegels schalten Sie wieder in den L/R-Anzeigemodus (M/S-Anzeigenschalter nicht gedrückt).
-10dB
Mit diesem Schalter können Sie die Anzeigenempfindlichkeit der VU-Anzeige um 10dB herabsetzen. Die Zeigerstellung bei odB auf der VU entspricht nun einem Eingangswert von -10dBu und der maximale Anzeigewert liegt bei +15dB. Die Empfindlichkeitsumschaltung erlaubt sehr hohe Pegel zu analysieren, die über den normalen Anzeigenbereich hinausgehen.
ACTIVE
Mit dem ACTIVE-Schalter aktivieren oder deaktivieren Sie die Bearbeitungselektronik des M/S Masters. Bei Deaktivierung werden die Eingangssignale direkt auf die Ausgänge geleitet.
Der ACTIVE-Schalter hat zwei maßgebliche Aufgaben:
- A/B-Vergleich zwischen bearbeitetem und unbearbeitetem Material
- Umschalten zwischen M/S- und A/B-Stereo-Bearbeitung einschließlich externer Prozessoren ohne Änderung der Verkabelung
Beachten Sie wichtige Hinweise dazu unter „Ein- und Ausgangselektronik“ und „MID INSERT, SIDE INSERT“ auf Seite 9.
PPMM/S -10dB

ACTIVE

Wir beschreiben die zwei klassischen Gerätegattungen zur Signalbearbeitung ausführlicher: Kompressoren zur Dynamikbearbeitung und Equalizer für die frequenzselektive Signalkorrekut oder -gestaltung.
Selbstverständlich kann jede Art Effektgerät in die Inserts des M/S Master eingeschleift werden: Ein De-Esser im MID INSERT zur Reduktion von Zischlauten in der Stimme, Reverb- und Delay-Effekte oder Röhrenprozessoren zur Klanggestaltung ... was hilft, ist richtig.
Kompressor
Üblicherweise werden Kompressoren im Mastering zum Lautheitsgewinn im gesamten Frequenzbereich eingesetzt. Laute Pegelsprünge werden reduziert und die Dynamik der Mischung verringert, anschließend wird der Durchschnittspegel wieder auf den Ursprungswert angehoben.
Dieses konventionelle Verfahren mag mehr oder weniger gelingen, wie man hört. In den letzten beiden Jahrzehnten hat die Dynamikverringerung kontinuierlich zugenommen; etwa im gleichen Maß wurde die klangliche Qualität verringert – jedenfalls sofern musikalisch orientierte Dynamikverhältnisse als Maßstab herangezogen werden. Bei der Arbeit an der Optimierung dynamischer Strukturen bietet die M/S-Kodierung prinzipielle Vorteile gegenüber der Rasenmähermethode bei der L/R-Summenkompression. Durch die M/S-Kodierung können Sie auch in fertigen Mischungen gezielt auf einzelne Elemente zugreifen, so dass Kompromisse zwischen Lautheitsgewinn und Dynamikerhaltung erheblich leichter zu finden sind.
Als Beispiel nehmen wir einen dynamischen Pop-Song, welcher recht ausgewogen klingt, aber: die Stimme ist doch etwas laut gemischt. Mit einem Kompressor im MID INSERT reduzieren Sie gezielt den Pegel der Stimme als ein Hauptelement des Mittensignals. Chorstimmen und Harmonieinstrumente sowie alle weiteren Anteile des Seitensignals bleiben unberührt.
Der Kompressor sollte nicht mit „Auto-Gain“-Funktion o. ä. betrieben werden. Make-up Gain-Werte sollte auch nicht erforderlich sein, sonst wird das (Mono-) Mittensignal schnell zu laut und weitere zentrale Instrumente wie Bass-Drum, Snare, Bass-Gitarre usw. würden sich zu sehr aufdrängen. Es sei denn, das gesamte Mittensignal hat's nötig, um sich gegen ein zu dominantes Seitensignal durchzusetzen. Für die Vorn-/Hinten-Positionierung kommen übrigens vor allem auch EQ-Techniken in Betracht, die wenig Einfluss auf den Gesamtpegel mit sich bringen, siehe nächster Abschnitt „Equalizer“.
Umgekehrt können zu laute Seitensignale komprimiert werden, falls dort gelegentlich Instrumente zu stark hervortreten. Die Mischung wird ausgewogener und kompakter klingen, ohne Dynamik und Transientenstrukturen der Snare und Bass-Drum zu beeinträchtigen.
Höhere Kompressionsraten im Seitensignal sind außerdem eine gute Möglichkeit, Hall- und Raumanteile einer Mischung hervorzuheben.
Equalizer
Die Einsatzmöglichkeiten eines Equalizers im Mitten- oder Seitensignal entsprechen naturgemäß seinen üblichen Anwendungsfällen – es würde hier also schon zu weit führen, diesen Umfang auch nur andeuten zu wollen.
Die Darstellung zwei ganz wesentlicher Arbeitsweisen dürfte bereits das Potential eines Entzerrers in den INSERTS deutlich machen: Tiefen absenken und Höhen verstärken.
Zu den klassischen Problemen einer Mischung gehören dröhnende Synthesizer-Flächen oder Gitarrenwände mit zu tief reichendem Frequenzgang. Sie können ein Seitensignal zu sehr aufdicken oder im Mittensignal, wo die wesentlichen Bassanteile enthalten sind bzw. sein sollten, in Konflikt mit Bass-Drum und Bass treten. Mit einem EQ im MID- und/oder SIDE INSERT kann in beiden Fällen der betreffende Bereich tiefer Frequenzen gezielt reduziert werden. Die Mitte wird entschlackt und wesentliche Elemente erhalten mehr Präzision und Unterscheidbarkeit. Das Seitensignal wird luftiger, Becken und Harmonieinstrumente klingen präsenter, aber die Stimme wird kein bisschen schärfer.
Eine Höhenanhebung im Seitensignal vergrößert generell die Stereobasis, die Stereomitte bleibt jedoch – da unverändert – solide bestehen.
Ein interessanter Fall ist auch die Bearbeitung einzelner Elemente einer Mischung zwecks Positionierung. Die Vorn-/Hinten-Lokalisation wird entscheidend von monauralen, hochfrequenten Unterschieden beeinflusst, die durch die Ohrmuschel geprägt werden. Von vorn eintreffende Schallanteile oberhalb 1,5 kHz werden verstärkt von der Ohrmuschel reflektiert und sorgen so für eine positive Richtwirkung. Hieraus ergibt sich der Ansatz für die Bearbeitung mit einem EQ: Bearbeiten Sie die betreffenden Frequenzbereiche mit einem Equalizer (in der Regel wird es sich um Mittensignale handeln, also EQ im MID-INSERT). Die Intensivierung der Signalpräsenz durch Anhebung im Bereich oberhalb 1,5 bis 2 kHz bringt nur einen geringen Gesamtpegelzuwachs mit sich.
Eingänge & Ausgänge
Elektronisch symmetrierte Instrumentationsverstärker
Buchsen XLR
Eingangsimpedanz 20 kOhm symmetrisch/10 kOhm unsymmetrisch
Ausgangsimpedanz 150 Ohm symmetrisch/75 Ohm unsymmetrisch
Maximaler Eingangspegel 20 dBu
Max. Ausgangspegel 20 dBu
Messungen
Frequenzumfang (-3 dB) 10 Hz bis 100 kHz
Gleichtaktunterdrückung > 60 dB
(bei 1 kHz, o dBu Eingangspegel und Verstärkungsfaktor 1)
Klirrfaktor 0,007%
(in Prozent, bei 1 kHz, o dBu Eingangspegel und Verstärkungsfaktor 1)
Fremdspannungsabstand (A-bewertet) -82 dB
Dynamikumfang (unbewertet) 102 dB
Spannungsversorgung
Ringkerntransformator
Sicherungen 230 V AC, 50 Hz: 315 mA
120 V AC, 60 Hz: 630 mA
Spannungswahlschalter
115V/230V
Leistungsaufnahme
bei 230 V: 9,1 W/10,8 VA
bei 115 V: 5,6 W/7,1 VA
Maße und Gewicht
Gehäuse (B x H x T)
482 x 88 x 320 mm (Tiefe mit Reglern und Buchsen)
Gewicht
3,6 kg
Anmerkungen: o dBu = 0,775 V. Technische Änderungen vorbehalten.
Kopiervorlage Einstellungen
Toningenieur:
Spur(en)/Gruppe:
Album/Gig:
Datum:

